Corporate Therapy

Episode #086 // Todesangst Präsentation und die Power in Powerpoint // mit Marcus John Henry Brown

Patrick Breitenbach, Mary-Jane Bolten, Marcus John Henry Brown Season 1 Episode 86

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In Episode 86 begeben wir uns mit dem Performancekünstler und Speaker-Trainer Marcus John Henry Brown genau zwischen zwei Welten: Kunst und Corporate.

So sprechen wir u. a. über die große Macht von Powerpoint-Folien, wie schlechte Vorträge entstehen und warum viele Menschen mehr Angst vor öffentlichen Reden haben als vor dem Tod - inklusive wie man diese Angst erfolgreich überwinden kann.
Shownotes:

Speakery – Das Speaker Training Unternehmen von Marcus

Presento Mori – 9 Presentation Principles that could save your life

Alle Performances von Marcus auf YouTube

Marcus Gedichtband 1: A Wicked Pack Of Cards: a book of unusual business spells

Marcus Gedichtband 2: The Hustleverse

SPEAKER_02

The Schadenseite of this is Du bist the Verteidigungsminister of the United States of America and you sit in the UN Security Council and you has a riesen bildschirm into the slides. And one of these slides is a diagram of Zen. And these are weapons of mass destruction. And that's why presentation that was bewegt had. I don't even know why.

unknown

Why? Why? Why?

SPEAKER_04

Herzlich willkommen zur Corporate Therapy. In den letzten Monaten gibt es einen neuen TikTok-Trend. Und zwar gibt es da den Trend, dass Leute so tun, als würden sie bei der Arbeit eine Aufführung machen. Sie tanzen und sie drehen sich und choreografieren und quasi das Ganze startet und sie kommen rein, da kommt tolle Musik und dann tanzen sie und dann gehen sie wieder. Und der Claim dazu, der Slogan, der dabei steht, ist, wenn du nach Performance bewertet wirst und darauf von dein Bonus abhängt. So, und natürlich ist Performance in diesem Fall nicht das gleiche wie tatsächlich eine Theateraufführung. Aber wir dachten, es lohnt sich trotzdem einmal darüber zu sprechen, wie wir uns eigentlich präsentieren und dann auch vielleicht den Übergang zu machen, zu was eigentlich Präsentation an sich für einen Stellenwert hat im Corporate-Alltag und wie wir alle damit umgehen, mit unseren eigenen Präsentationen, mit unserer Selbstpräsentation und mit dem ganzen Thema. Und dazu habe ich meinen geschätzten Kollegen Patrick wieder dabei. Hallo, Patrick.

SPEAKER_00

Hallo Mary Jane.

SPEAKER_04

Und Patrick, du hast auch jemanden dabei. Und ich glaube, an dieser Stelle überlasse ich dir am besten die Vorstellung unseres Gastes. Wer ist das?

SPEAKER_00

Und zwar ist es Markus John Henry Brown. Und wir kennen uns schon sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr lange. Und deswegen stelle ich ihn jetzt tatsächlich einfach mal vor. Erstmal Hallo Markus.

SPEAKER_02

Ja, grüßt euch. Servus. Hallo.

SPEAKER_00

Servus. Markus sitzt gerade in seinem fantastischen Studio in München. Und ich habe ihn vor wirklich unlängsten Zeiten kennengelernt, als wir dann auch gemeinsam geblockt haben, uns über Werbung, Marketing, Kommunikation aufgeregt haben. Und Markus sein Background ist tatsächlich so, ich würde mal sagen, diese Mischung aus Kunst und Kontext, weil das ist das, was er auch ursprünglich studiert hat in England, bis er dann geflohen ist von der Insel nach Deutschland und in Frankfurt gelandet ist, was uns ja tatsächlich auch so ein bisschen verbindet, weil wir, Mary und ich arbeiten ja in Frankfurt. Und war dann unterwegs auch sehr viel im Corporate Kontext, also als Kreativer, ich würde sagen, so etwas wie Creative Director, hast aber auch Ausflüge gemacht, zeitweise ins Business, Controlling, etc. Hat dir aber auch nicht sehr gut gefallen, weil es überhaupt nicht kreativ in dem Sinne so wirklich war. Dann warst du unterwegs, sag ich mal, in der Agenturwelt, bist dann irgendwann selbstständig geworden, warst dann sozusagen auch als Creative Consultant unterwegs. Und was dich schon immer ausgezeichnet hat und was eigentlich wie so ein roter Faden durch das komplette Leben, so seit ich dich kenne und beobachte, ist, dass du ja eigentlich Performancekunst auf ein neues Level gehoben hast, nämlich im Zuge der gesamten Digitalisierung. Und wenn ich von Digitalisierung spreche, meine ich natürlich damit, so es gab plötzlich die Möglichkeit, Dinge zu publizieren im Web, in Blogs, in Podcasts, in Videos und so weiter. Und da ist Markus schon extrem aufgefallen in Deutschland, weil er es sehr früh verstanden hat, Kunstfiguren zu erschaffen, zum Leben zu erwecken. Damals gab es noch so diese tollen Buzzwords des Trans-Media-Storytellings. Das heißt, er hat fiktive Charakter erfunden, die performativ Dinge getan haben, wo er auch zum Teil Leute getrollt hat, im Sinne von ihnen sozusagen den Finger in die Wunde gesteckt hat und auch immer wieder aufgezeigt hat, wie absurd manche Dinge sind, auch im Business-Kontext. Und jetzt kommen wir so langsam auf die Zielgerade, das hat er eigentlich irgendwann sogar professionalisiert und in einem Business gegossen als Performance-Artist und war dann wirklich auch auf den großen Bühnen unterwegs und hat nicht einfach Präsentationen gemacht, sondern echte Performance-Shows und ist auch da in den Rollen sozusagen richtig reingegangen. Vorher war das ja eher so ein virtuelles Spiel mit fiktiven Charakteren und so weiter. Aber da ist er dann wirklich in die Präsenz reingegangen, hat zahlreiche, super spannende, für mich immer, für meinen Geschmack immer sehr dystopische. Aber mittlerweile würde ich auch sagen, das war goldrichtig. Dystopische Talks gehalten, gerade auch rund um das Thema Technologiekritik, rund um das Thema Hustle Culture und Kritik daran. Ja, und das ging eine Zeit lang, also wirklich so Stars jeder großen Bühne und auch auf Conferences und auch Business Talks, also in diesem Rahmen, dann so was Subversives, Künstlerisches zu machen, war sowieso auch schon bemerkenswert. Und dann kam leider Corona und hat sozusagen so mal richtig Markus in die Fresse gehauen, weil dann diese Bühnenpräsenz plötzlich natürlich wieder verschwunden war. Und da musste er sich mal wieder neu erfinden. Und mittlerweile würde ich sagen, ist er ein Stück weit auch da angekommen, nach vielen Ups and Downs und auch den Schmerz nochmal performativ verpackt. In seinem letzten großen Talk ist er jetzt, glaube ich, an einem Punkt angekommen und macht heute tatsächlich fokussiert unter dem Label Speakery, Speakerberatung. Also sprich, Leute zu trainieren und zu coachen, wie sie sich nach außen hin besser präsentieren können. Und all seine Erfahrung, sein Know-how, seine Leidenschaft, sein Schmerz, seine Kreativität, kann er jetzt, glaube ich, sozusagen in seiner eigenen Schule an Menschen weitergeben. Herzlich willkommen, Markus. Habe ich das einigermaßen okay gemacht?

SPEAKER_02

Hörend. Oh, schön. Fand ich das. Ja. Ja, ist ziemlich viel Holz, ne? Seit 2006. Eigentlich seit seit mittlerweile 30 Jahren. Dieses Jahr 30 Jahre Deutschland. Es fing tatsächlich an mit PowerPoint. Ich stand, mein erster Job in Deutschland war in einem Copy Shop. Industrielle Fotokopiergeräte, also richtig, richtig große Dinger. Und irgendwelche Präsentationen für Management Circo fotokopieren. Und dann meine erste freiberufliche Job war dann Graphic Designer. Die Idee war, irgendeine freiberufliche Job, die mein Kunstkram finanzieren konnte. Und dann habe ich tatsächlich unfassbar viele PowerPoint-Präsentationen für eine Unternehmensberatung gemacht. Tag in, tagaus. Ich habe locker in einem Jahr um die 2000 Präsentationen geschwobt. Locker. Ja, und wenn man diese ganzen Kram anschaut, die ich da gemacht habe, die ganze künstliche, diese ganzen fiktiven Charaktere und dann auch noch die Performances, es ist alles irgendwie diese komische Corporate Performance Gedöns, die mittlerweile so Alltag geworden ist in jegliche Form, in jegliche Agenturen, Unternehmensberatungen, Banken, Versicherungsfirmen. Ich sag immer, ich habe keine Interesse, ich, meine, die Werbung habe ich gehasst, aber Pitchen fand ich toll. Pitchen war für mich wie eine Performance. Ich habe das geliebt zu pitchen.

SPEAKER_04

Eigentlich haben wir heute so ein bisschen zwei Themen, weil du ja auch quasi eine neue, ich weiß gar nicht, wie man das bezeichnen soll, ein neues Content-Piece hast mit quasi Präsento-Mori. Das wird natürlich auch verlinken. Das heißt quasi, also einmal geht es ja aktuell bei dir auch tatsächlich um das Thema Präsentation, aber ich würde ganz gerne noch bei deiner Performance-Art auch noch bleiben, weil das ist ja auch eine, also dafür, du nutzt ja bestimmte Formen von Präsentation, um bestimmte Dinge rüberzubringen. Und das ist, also, wenn man uns immer, also wenn wir Bewerber haben oder sowas oder Praktikanten, dann ist es immer so, ja, und dann, ich fände es natürlich cool, wenn man dann den ganzen Tag irgendwie nur PowerPoint macht, so hahaha, weil das ist so der Stereotyp vom Beratern, ne? Ist quasi, wir machen den ganzen Tag PowerPoints. Aber am Ende machen wir schon relativ viel PowerPoint. Also es ist immer noch einfach das Ding, weil man ja viel auch einfach beschreibt oder visualisiert und dann geht es ja sehr viel darum, Sachen zu kommunizieren oder auch einfach nur mal festzuhalten. Und dann sieht es halt am Ende irgendwie schöner aus in PowerPoint. Man kann das leichter lesen, als wenn das so ein Fließ-Text-Word-Dokument ist, obwohl natürlich Prosa sich für bestimmte Argumente besser eignet, das mal in einen Zusammenhang zu bringen. Aber was war für dich so dieser Moment, wo du gesagt hast, ich muss eigentlich aus diesen Formen ausbrechen und ich muss in die Verkörperung gehen. Also ich muss wirklich Personas schaffen und ich muss das darstellen über diesen Korpeteil hinaus, aber um über diese Korpelthemen zu sprechen.

SPEAKER_02

Man kann es sogar sehen. Es gibt ein Video davon. Republika 2013, ein Talk I Palindrome I. Ich habe versucht, eine richtige Keynote zu machen. Ich wollte erklären, wie diese künstliche, diese fiktive, digitale Charaktere zustande gekommen sind und was es bedeutet und wo ich die Gefahren sehe. Und ungefähr in der Hälfte von dieser Präsi merke ich, das will ich nicht machen. Das ist, das will ich nicht machen. Ich habe hier eine einmalige Chance, ich habe eine Bühne, ich habe Beleuchtung, ich habe hier Technik, ich habe hier Top-Kameraleute, Top-Audio, ich habe sogar ein Publikum von ungefähr 150 Leuten. Das kann ich irgendwie, das kann ich hacken. Also die meisten Künstler, Performancekünstler, werden einen Arm abschneiden, um das zu haben in eine Galerie. Aber das brauche ich nicht. Das habe ich hier in einer Konferenz. Und dann bin ich in die Bühne gegangen und habe ein Jahr lang darüber nachgedacht, wie ich das nutzen könnte. Und die Lösung war tatsächlich: Ich bringe ein Format auf die Bühne, die jeder im Publikum kennt, und erzähle eine fiktive Geschichte mit einem fiktiven Charaktere, die was ganz, ganz Wichtiges erzählt. Und das war dann The Snowden Page. Und das habe ich dann im 2014 auf The Republican gebracht. Und da spiele ich eine fiktive Charakter, die meine Name trüg. Und er hat ein Konzept gepitcht für eine fiktive Kunden. Das Publikum war dann Kunden für eine Kommunikationsstrategie-Idee für das NSA und es hieß The Snowden Pitch. And the NSA hat alle diese tolle Produkte und die mussten die vertickern, aber keiner in der Espionage Community wusste, dass es diese Produkte gab. Und man braucht irgendwie mal eine innovative Kommunikationsmittelkampagne und wir brauchen einen Whistleblower. Und er erzählt die ganze Welt, dass diese Sachen gibt. Und dann liegen wir peu à peur, was sie kosten, und dann weiß jeder internationale Espionageunternehmen, und dann bucht die Dinge. Also das war die Idee. Es war eine, deshalb heißt es der Snowden Page.

SPEAKER_04

Also du hast quasi so getan, als wäre Snowden eigentlich eine Kampagne der NSA gewesen, um ihre Produkte zu vermarkten.

SPEAKER_02

Ja, und wenn man, wenn man das Snowden Page anschaut, und das ist das, was der Patrick ins Wahnsinn treibt, mit den Dingen, die ich damals gemacht habe, es ist alles genauso gekommen wie in den Patch.

SPEAKER_00

Also, das war dann immer so ein Ding, oh, wenn Marcus das jetzt erzählt, weiß ich, das wird demnächst dann auch so sein. Und ähnliches war übrigens, würde ich sagen, The Passing war ja auch eine Performance, wo Marcus eigentlich den Brexit vorausgesagt hat, wo noch gar nicht Brexit war, so ein bisschen, oder? Kann man das so ein bisschen sagen? War das The Passing oder war das das andere?

SPEAKER_02

Nee, das ist Purpose of Entry. Also im Purpose of Entry war Brexit. Ich habe Trump, Trump, Brexit, Influencerkultur, Tyler X basiert auf Elon Musk. Also das habe ich auch voraus gesehen. Also wenn man Flex anschaut, der Charakter trägt sogar einen riesen schwarzen X auf sein Gesicht.

SPEAKER_00

Das stimmt. Das fängt mir jetzt an.

SPEAKER_02

Ja, es ist alles ganz spannend und lustigerweise für mich jetzt, wo ich momentan bin, total uninteressant. Also das hat mich nichts gebracht, recht zu haben. Was es tatsächlich gebracht hat, war, weil ich eben in den Kontext finde, Kontext ist mein Thema. Also es ist das, was ich immer total spannend fand. Ich kenne solche Bühnen wie kein anderer, werde ich behaupten. Weil ich eben ganz andere Dinge auf die Bühne gebracht habe. Ich weiß, was passiert, wenn du auf die Bühne tatsächlich stirbst. Weil Johnson in the passing at. Also ich weiß, was da passiert. And it is toll. Weil dann kriegst du eine Standing Evasion, weil die haben sowas noch nie gesehen. The Art and Weise, wie man Geschichten erzählt, wie man 27 Minuten perfekt aufschöpft, was dazu gehört, also wie man eine Anfang, Mitte und Ende, also alle diese Dinge, die jetzt super, super relevant sind für Menschen, die hier bei mir im Studio auftauchen, Hilfe suchend, fast krank für Sorge, weil sie eine Präsentation beim Town Hall oder ein Quote E-Business Review, für den ist ein zweiminütige Präsentationsanteil in eine strategic kickoff genauso angsterfüllend wie 60 Minuten Stage One Republika. Momentan ist es tatsächlich so, die Performances are over. Ich bin damit fertig. Ich glaube, ich habe ziemlich alles getan, was man auf so einer Bühne machen kann. Jetzt geht es darum, eher in eine Art Regierolle zu schlüpfen. Das, was ich tue, ist tatsächlich eine Mischung aus Regie und Therapie. Weil die Ängste müssen von irgendwo her kommen. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Jahre mit Passing und Flags und Sensorium und das Nolden Pitch. Über 30.000 Leute haben eine Passing gesehen.

SPEAKER_04

Vielleicht können wir nochmal, also, ich glaube, das haben sehr viele gesehen, aber vielleicht nicht alle, die zuhören, können das so 100% zuordnen und einordnen. Also ich glaube, das, was du heute machst, also mit Leuten helfen, selber zu kommunizieren und auch ihre Ängste zu überwinden, quasi zu sprechen und öffentlich zu sprechen, das können wir verstehen, als was da passiert, aber quasi deinen besonderen Blickwinkel, das ist nochmal, oder auch deine Historie ist nochmal schwierig. Ich würde nochmal ganz kurz recappen. Also, da sind jetzt gerade ganz viele Namen gefallen mit The Passing und Snowden Pitch und so weiter und so fort. Also, das sind alles Titel von deinen, ich weiß gar nicht, wie du es nennen würdest, Shows, ist wie so eine Broadway-Show, wie würde man das nennen?

SPEAKER_02

Ich nenne die Presente Ventions.

SPEAKER_04

Und was du ja in diesen Dingen machst, also Patrick hat das schon mal anklingen lassen, aber ich will nur nochmal, vielleicht auch für mich zur Verdeutlichung oder sonst, ist, dass du eigentlich aus einem künstlerischen Blick auf die Corporate-Welt guckst, wohlwissend, dass du die Corporate-Welt auch gut kennst, weil du dich ja darin auch aufgehalten hast und quasi diese ganzen Absurditäten, hast du vorher gesagt, ja, gut herausarbeiten kannst und dann das künstlerisch verarbeiten kannst, was da auch passiert, ne? Und das quasi dem Publikum zur Verfügung stellen kannst. Also ich glaube, vielleicht ist das auch nochmal irgendwie interessant, wer dein Publikum bei diesen Present-Events war oder ist, damit man so wirklich weiß, also quasi wer wird da adressiert, weil ich glaube, das hat auch schon ein bisschen, du hast schon gesagt, ein bisschen therapeutischen Charakter.

SPEAKER_02

Also a present intervention sieht aus wie ein Keynote. Hört sich an wie ein Keynote, felt sich an wie ein Keynote for the ersten 10 Minuten. Und dann nicht mehr. Das Publikum von den jeweiligen Festival, Business Conference, teilweise sind die Ad Tech Conferences. Also vor mir kommt jemand und erklärt, wie Banner-Werbung funktioniert, und nachher kommt jemand und erklärt, wie Affiliate Marketing funktioniert. Und in der Mitte ist der Brown mit seinem Passing und erklärt, wie in 2059 die Welt durch Influence Ranking gesteuert wird. Und dass wir alle Influencedrogen nehmen. Und dann sage ich vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Und dann kommt Karl-Heinz Schmidt und erklärt uns, wie Affiliate Marketing funktioniert. Und dann bin ich auf einer Immobilienfachmesse zu sehen. Oder auf einer Social Media Konferenz. Das war mir sehr wichtig. Also ich war noch nie auf einem Kunstfestival. Künstler, andere Künstler und der Kulturbetrieb interessiert mich nicht, hat es nie getan. Ich brauche keine Künstler zu erzählen, dass der Welt irgendwie ein ganz schlimmer, düster Ort ist. Das wissen sie eh. Die sind ja Künstler. Ich betrachte mich auch irgendwo nicht als Künstler, sondern eher als Corporate-Künstler. Also unter den Künstler geht der Brown als ich bin eher der FDP-Lehrer unter den Künstler. Mein Publikum, es war mir wichtig, Business Leute anzusprechen. Business Leute klarzumachen, dass das, was sie tun, tatsächlich eine Auswirkung hat auf den Leben von anderen. Und dass mehr Schaden, also dass sehr viel Schaden kann mit PowerPoint angerichtet werden.

SPEAKER_04

Also das ist, glaube ich, das, was ich meinte mit diesem therapeutischen Charakter da drin irgendwie so ein bisschen. Also vielleicht ist therapeutisch auch falsch und deswegen, glaube ich, nennst du es auch Präsent, ich kann es nicht aussprechen.

SPEAKER_02

Präsente Ventions. Es ist eine Presentation-Intervention, eine Präsentation.

SPEAKER_04

Genau, weil der Intervention-Teil ist, glaube ich, schon super wichtig. Also wir kriegen das ja super oft mit in Unternehmen und das ist, ich würde mal sagen, menschlich auch ganz natürlich. Man kann sich da drin ja gut abkapseln. Also man kann gut irgendwie seine eigenen Handlungen vor sich selbst irgendwie rechtfertigen und nee, nee, und das ist gut und das ist wichtig und irgendwie, und wir machen das hier total zum tollen Zweck und dann erzählen sich das alle und dann kommt aber sowas und dann ist es so, ne, ist euch schon klar, was hier passiert. Also, ne, und eigentlich, irgendwo tief in den Leuten drin, glaube ich, weiß man es auch, aber man verschüttet das so, damit man sich damit nicht beschäftigen muss. Weil ja diese, also die ganze Zusammenarbeit irgendwie darauf beruht, dass alle Leute halt ihre Rollen ausfüllen und wir kennen ja hier mit Goffman alle spielen Theater. Jeder hat irgendwie so seine verschiedenen Rollen auszufüllen und bei der Arbeit bin ich natürlich professionelle Mary und mache diese und jene Dinge und kann dann aber auch sehr gut alles andere eben ausblenden oder mich schnell in diesem Trott irgendwie verfangen lassen, mit ja, das macht man hier halt so. Und ich glaube, das ist dann schon wichtig, dass man zwischendurch mal so ein Fingerzeig bekommt und so, aber Leute, ne, ihr erinnert euch schon, was da eigentlich in eurem Bauchgefühl ein bisschen grummelt. Und ich weiß, Patrick, du beschäftigst dich ja super viel auch mit Zynismus. Und das ist ein bisschen. Das finde ich auch nochmal so ein interessantes. Also, mich würde total interessieren, was quasi im Nachgang an diese Interventionen auch passiert, weil es gibt ja Messungen und Studien mittlerweile dazu, aber es gibt vor allem auch psychologische Arbeit, die sich damit beschäftigt, dass wenn bestimmte Dinge vorrangig immer gesagt werden und man aber eigentlich weiß, dass es anders richtig wäre. Also man weiß, dass man irgendwie gegen den Strich handelt oder man bekommt so Doublebinds, ne, so, nee, wir wollen total grün sein, aber ich messe dich auch an, wie viele Papp-Aufsteller du in den Laden stellst, egal ob die sinnvoll sind oder nicht. Und dann so widersprüchlich Kommunikation bekommt und dass das ganz viel irgendwie zu so Resignation und Zynismus führt. Aber interessanterweise, außer das endet irgendwie so im Burnout oder so, das nicht unbedingt dazu führt, dass Leute wirklich gehen und sagen, nee, das ist ja jetzt nicht aufrichtig, das mache ich nicht mehr. Und das finde ich, also das sind immer so Einzelfälle, die sich dann raus und die dann sagen, okay, und ich schwöre jetzt auch der Corporate-Welt ab, weil ich möchte das nicht mehr und das stört mich. Und das sind dann immer so Life-Changing Events, aber in der Masse passiert das ja nicht, sondern irgendwie haben wir anscheinend ja alle gute Coping-Mechanismen, dass wir so unserer Rolle weiter gerecht werden, auch wenn wir irgendwo schon wissen, irgendwas ist nicht so ganz richtig. Aber dann lässt man halt mit den Freunden darüber und das war's. Und dann hat sich das.

SPEAKER_02

Also nach einer meiner Present Inventions, wie soll ich das erklären, ich bin fertig, der Event ist fertig, ich stehe im Foyer, trinke einen Kaffee und keiner spricht mit mir.

SPEAKER_03

Das macht total Sinn. Das kann man sich ja nicht trauen.

SPEAKER_02

Und dann kommt doch einer rüber, meistens eine sehr junge Kollegin, und sagt ganz leise, das fand ich so spannend. Und dann innerhalb von 30 Sekunden, es sind ein Pulp von Menschen um mich herum gewesen. Aber die erste so fünf Minuten, fünf, zehn Minuten traut sich keiner oder hat sich keiner mit mir getraut zu reden. Ich fand das lustig, bis zu einem gewissen Punkt. Es war mir auch, ehrlich gesagt, ziemlich egal. Ich habe alles gesagt, was zu sagen war. Ich war auch so drauf, dass ich ziemlich zufrieden mit der Arbeit. Sagen wir es mal so, vielleicht ein bisschen zufrieden mit der Arbeit, ein bisschen arrogant. Also Künstler neigen dazu zu sagen, na, der Stück ist fertig und wenn ihr es nicht verstanden habt, dann ich kann nichts dafür. Bin ein bisschen anders drauf heutzutage, ein bisschen nachdenklicher, ein bisschen älter, ein bisschen weiser. Aber es war schon immer sehr lustig, diese 15 Minuten nach so einer Performance und was da passiert. Es ist eine Riesen, auch eine riesige Durcheinander für die Leute im Kopf. Weil, wie gesagt, es sah aus wie es sah genauso aus, wie es aussehen soll. Der Typ, der hat einen Anzug an, der hat einen Klicker in der Hand, der stand auf einer Bühne und das war definitiv PowerPoint, was wir da gesehen haben. Aber alles anders hat nicht gestimmt. Und sogar der Art und Weise, wie er das präsentiert hat, auch die Worte. Und mitten in eine dystopische Präsentation, dystopische Performance, er macht kurz vor Änderung five things to remember. Also, das ist alles, also die ganze, alles ist eine halbe Stunde bis eine Stunde Dissonanz und Friction. Und das ist das, was wir überhaupt nicht brauchen in einem Arbeitsalltag. Obwohl wir das wirklich, wirklich, wirklich brauchen. Das ist genau das, was wir brauchen. Aber in den Ablaufmann Arbeitstag. Das brauchen wir nicht. Friction und you can't put that into a timesheet. Weißt du? Also diese Dissonanz kannst du nicht irgendwie in einer, das kannst du nicht faktuieren.

SPEAKER_04

Ja, das ist der Grund, warum wir am liebsten Paketpreise machen. Damit dann da am Ende nicht steht, fünf Stunden rumdiskutiert. Ja. Weil wir uns nicht einig waren.

unknown

Sorry, Patrick.

SPEAKER_00

Also ich versuche mal anders zu beschreiben, sozusagen von außen, was Marcus da macht. Und zwar mit einem Leonard Cohen Song und eine Zeile daraus, was, glaube ich, sehr gut beschreibt aus meiner Sicht, was Marcus eigentlich tut. Und zwar gibt es diesen Song Anthem, aber auf jeden Fall gibt es die Zeile There's a Crack, a crack in everything. That's how the light gets in. Und ich glaube, was Marcus halt macht, ist, und er hat ja selber gerade auch von Hacken gesprochen, das ist wie ein trojanisches Pferd eigentlich. Also er kommt sozusagen auf die Bühne, jeder erwartet, also jeder hat ja so eine gewisse Erwartung und gerade im Business-Kontext, Business Conference, er hat ja gerade selber gesagt, vorher hörst du was über Affiliate, so, dann kommt der Mann im Anzug, PowerPoint geht an, Titelslide, ist alles ganz harmlos, jeder denkt, ja, mal gucken, was jetzt für ein Thema kommt und so weiter. Und dann gehen die Leute sozusagen in ihren klassischen Modus und alles, was sie ja selber in dem Moment auf dieser Conference als in ihrer jeweiligen Rolle. Die sitzen ja nicht in erster Linie als, sagen wir, Menschen, die sie sonst im Privaten verkörpern, sondern sind ja meistens in so einer Business-Rolle drin. So Head of Sales oder keine Ahnung was. Und so gehen sie eigentlich auch in diese Performance rein. Und was dann eben passiert an der Stelle, die Markus meinte, dass das plötzlich eskaliert, so würde ich es auch irgendwie nennen. Also das heißt, sie lassen sich darauf ein, aus ihrer Rolle raus, und dann passiert dieser Crack in, und ich habe dieses Beispiel von Slavoj Zizek, wenn wir so über Ideologie und so weiter sprechen. Also, wir sind ja alle so eingehüllt in Ideologie, und was dann passiert, ist aber plötzlich gibt es so einen Riss in diesen scheinbar Selbstverständlichen, in dem man sich gerade bewegt, im Business-Kontext und so weiter. Und plötzlich kommt so Licht rein. Und für manche, also Licht kann ja vieles sein, es kann einem, es kann Dinge erhellen, wärmen, man kann sich wohlfühlen, es kann einem aber auch mal kurzzeitig blind machen, Angst machen, wie auch immer. Aber was halt passiert, ist eben diese Form von Irritation, die stattfindet, die, und so würde ich es auch aus meiner eigenen Beobachtung heraus sagen, zum Teil bis ins Markerschütternd sein kann, je nach Performance, die ich mir angeguckt habe. Weil es letztendlich dann in dem Moment so ein Stück weit die Rollen und die Situation und Kontext entzaubert, in denen sich die, also es wird ihnen auch radikal zum Teil so einen Spiegel vorgehalten. Ich würde sagen, gerade die Performance rund um diese Hustle-Culture hat das extrem gemacht. Ich glaube, da gab es auch extrem Rückmeldungen von den Leuten, weil sie plötzlich ein Stück weit den Privatmenschen in der Rolle plötzlich wiederentdeckt haben und gemerkt haben, diese Rolle, die ich hier gerade ausführe, mein Leben lang und aus der komme ich irgendwie nicht raus, macht mich eigentlich krank. Und diese Erkenntnis erfolgt halt eben über diesen performativen Akt, diese Irritation, dieses Crack in die Ideologie reinhauen oder in die Realität oder in die Matrix, wie man das auch immer irgendwie bezeichnen will. Und das ist halt das super Spannende, weil rein, wenn wir jetzt wieder systemtheoretisch sprechen, würden wir immer sagen, Irritationen führen dazu, dass sich Dinge neu ausrichten. Also das ist notwendig, damit irgendwas Neues passiert. Und so würde ich das sozusagen ein Stück weit von außen beschreiben. Und es ist halt krass, da noch der letzte Satz, und das finde ich halt auch krass in Bezug auf Kommunikation und Performance. Markus hat ja gerade schon gesagt, es sind halt Worte und es sind halt Slides, das eigentlich völlig banal und trivial ist. Und das, was er damit anrichtet, in Anführungszeichen, ist halt genauso krass, wie beispielsweise eine Folie in der Unternehmensberatung anrichten kann bei anderen Menschen, die davon betroffen sind. Weil man irgendwie sagt, wir machen jetzt hier Downcards-Scheiß drauf, Menschen werden zu Nummern und wir streichen mal hier und dann machen wir hier strategisch, gehen wir dahin, dann müssen wir aber den ganzen Bereich wegcutten, das Fett wegschneiden und so weiter und so fort. Und das ist so ein Doppelding, was da so rüber, also er dreht das um und macht sozusagen genau diese Auswirkungen und die Irritationen, die eigentlich Alltag sind in diesem ganzen Business Advertising und so weiter. Die machen ja, die versuchen ja auch nichts anderes als genau das, aber halt zu einem anderen Zweck.

SPEAKER_04

Vielleicht ist das so eine dritte Form der Kritik. Also seit unserem Wolfgang am Schmidt-Podcast zur Kritik bin ich so ein bisschen am überlegen, weil wir da irgendwie darüber gesprochen hatten, es gibt irgendwie so konstruktive Kritik, die dann auch irgendwie gleich Lösungsvorschläge mitgibt und dann es gibt so deskonstruktive Kritik, die eigentlich quasi die Fehler aufzeigt und dann Kritik adressiert ja auch meistens jemanden und diese Person, also wir haben dann viel quasi auch über direkte Kritik gesprochen und wenn jemand jemand anderen kritisiert, bedeutet das häufig auch einfach so eine Defensiveness auf der anderen Seite, dass man irgendwie sagt, das bin ich gar nicht, das stimmt gar nicht und so weiter und so fort. Und was ich an diesem Medium, das du gewählt hast, irgendwie so spannend finde. Also du sprichst nicht direkt mit jedem, der im Publikum sitzt, sondern jede Person geht selber so durch ihren eigenen Erkenntnisprozess dabei. Und man schaut es und es ist da drin so ein Erlebnis auch irgendwie, aber was du ja machst, ist quasi den durch eine Show, vor allem Vorhang, den Vorhang des Business eigentlich zu heben und zu sagen, guck mal, so sieht das eigentlich dahinter aus. Und der Erkenntnisprozess ist ja, ah ja, ich habe ja hier die ganze Zeit, ich helfe ja die ganze Zeit, dass der Vorhang, dass davor die Show weiterläuft. Und danach ist quasi der Verarbeitungsprozess da, ohne dass es quasi ein individueller Blame war. Also es ist jetzt, also und ich habe das Gefühl, dass quasi solche Formate deswegen den Erkenntnisprozess in bestimmten Bereichen besser voranbringen können, als quasi diese direkte Kritik, die dann innerhalb von den Unternehmen ja häufig gar nicht stattfinden kann, weil sie zu, also die wäre zu destruktiv, wenn sie von innen käme. Also, deswegen quasi, glaube ich, braucht es das manchmal so als Intervention, wo der Erkenntnisprozess dann aber bei dem Publikum selber stattfinden muss, damit dann gegebenenfalls da Sachen passieren können. Ich weiß nicht, ob das gerade sinnhaft war.

SPEAKER_02

Ich habe eine kleine, also ich habe einen kleinen Trick angewendet bei ziemlich alle, ja doch, bei ziemlich alle. Alle sogar. Ich habe das Publikum in den ersten drei Minuten klargemacht, dass sie die sind nicht das Publikum in der Konferenz, die sind jemand anders. Hello children. Hello children. This is seminar, the coalition seminar number twelve, the passing. If you're in the wrong room, please leave and go now. So ch children, you've been living this life up until now, and from tomorrow onwards you'll be living the life of an adult. And this is there in the ersten five minuten, ah, okay, there spielt a role, and we have a role. Also es erlaubt das Publikum Verantwortung für ihren eigenen Tun abzugeben. Durch den restlichen 24 Minuten merken sie, eigentlich redet er doch über uns oder doch was, was wir tun. Aber wir sind immer noch zwölfjährige Kinder und das Ernst des Lebens fängt eigentlich erst morgen an. Bei Snowden Patch ist das Publikum ein fiktiver Kunden, die bewerten soll, ob sie diese Agentur, the Black Operatives Department, mit dieser Kampagne. In the sensorial process, is the Publikum the Mitarbeiter of the Bühne. And they erkled, we machen a re-org, and one mitten and other nicht. And in Flex, the last time of the trilogy, is it so? And the protagonist of the Bühne sagt the public: you are the letter, who it's not in this new firm to get in this new Leben. And it sieht rich, rich schlecht for the man of us, who it does. And all this was this pillar to make. And the public sit there and merks, okay, yeah, this is all a fiction. This is not really what it had, so it must be leichter for the public or died in the public, died begriffen haben. It gives nature Leute, die gesagt haben, was ist denn das mit einem Mist? Brauche ich nicht. Es ist mir einige Male passiert, dass so 20 Leute mitten in eine Performance aufgestanden sind und gegangen. Aber es passiert jeder. Also es passiert auch ein CEO auf irgendeiner Konferenz. Die Leute sagen, das interessiert mich nicht, was soll, was ist, diese Greenwashing interessiert mich nicht. Und die stehen auch und gehen dann auch. Also ich habe das Publikum immer die Chance gegeben, in eine andere Rolle, auch in eine andere Rolle zu schlüpfen, um die nächsten 27 Minuten zu ertragen. Es wurde dann wirklich krass mit diesem Hustle-Coacher-Kram, weil dann habe ich das immer näher an das Alltag, also das reale Alltag von Menschen dran gebracht. Und ich bin auch selber daran mental gescheitert. Das war so der Punkt, wo ich gemerkt habe, ich muss mit diesem Kram aufhören, weil es ist zu nah an meinem eigenen Leben jetzt. Und da, wo ich momentan bin, nach drei Jahren kämpfen durch eine Pandemie mit einer Firma und mit Kunst und mit diesem Story, dass das dann zu nah dran war. Die fiktive digitale Charaktere brauche ich nicht zu machen, weil das macht jeder für sich auf LinkedIn mittlerweile macht. Also das brauche ich nicht zu machen. Also ich brauche keine Parodie zu machen. Wir machen einfach LinkedIn auf und eh voilà, da ist es ja. Dann kommen wir zu dem Thema corporate performance. Personal branding. Also, this is auch ein Teil von all the performances had irgendwo ein Teil von personal branding da drin gehabt. Und jetzt versuche ich auf the other side, and Leute menschliche, human, mehr echt auf die Bühne, egal ob it's digital or auf einer physischen Bühne zu machen oder zu helfen, einen Weg zu finden, nicht cringe zu sein auf die Bühne. Also das ist da, wo ich momentan bin.

SPEAKER_04

Ist das möglich, dass man mehr selbst ist, quasi auf den verschiedenen, ich nenne es mal, Corporate-Bühnen? Also weil man ist ja quasi trotzdem in der Rolle, man ist ja trotzdem einen Zweck, den man verfolgt, quasi mit bestimmten Präsentationen, außer man sagt, man macht sich frei und macht das quasi komplett für sich. Aber die meisten sind, also ich nehme an, die meisten auch deiner Kunden sind ja innerhalb eines Corporatgespannts eingespannt.

SPEAKER_02

Der erste Schritt ist zu verstehen, es geht immer ums Publikum. Egal, ob das 1000 Leute bei einer Business-Konferenz ist, 4000 Leute beim OMR in der Halle oder drei Leute in einem Komfizimmer. Es geht immer ums Publikum und nicht um den Protagonist mit der Clicker. Und wenn man das verstanden hat, dann kann man mehr sich sein. Das macht das Leben deutlich einfacher. Du spielst dann die Rolle einer Übersetzer. Also, das ist so, du übersetzt Ideen in eine Sprache, die dein Publikum verstehen kannst. Das ist die einzige Rolle, die man spielt. Das Publikum hat natürlich Erwartungen. Also die Erwartungen von einem CEO sind anders als die Erwartungen von Head of Sales oder von einem CFO oder von Head of HR. Weil das sind verschiedene Storys, verschiedene Persönlichkeiten, verschiedene Graden an Empathien. Inhaltlich sind die Themen anders. Die Storylines from a CEO sind anders als ein Storyline von Sales. Es gibt Überlappungen, aber die Tonalität ist immer anders. Und das wird dann von das Publikum bestimmt und nicht von dem Protagonist.

SPEAKER_04

Und inwiefern kann man dann aber besser man selbst sein? Also, weil theoretisch das, was du ja jetzt sagst, ist, ich passe mich immer dem Publikum an. Das heißt, ich, also, darüber haben wir auch schon öfter geredet. Da gibt es ein authentisches System. Nee, nicht anpassen.

SPEAKER_02

Nee, nicht anpassen. Anpassen ist auch nicht ganz richtig. Also, ich nenne das Audience Obsession. Also, ich will, was ist denn der Sinn und Zweck von dieser Präsie? Was will ich vermitteln? Was ist die Übersetzung? Warum sitzen die Leute da und was brauchen die? Nicht, was wollen die hören, was müssen die hören. Und wenn man auf diese Ziel hinarbeitet, dann kann man deutlich natürlicher rüberkommen. Wenn man das nicht weiß, wenn man das an Ego-Show macht, dann schlüpft man in eher eine Rolle, die unangenehm ist. Und wir haben genug davon gesehen. Also, das beste Beispiel ist The Windows, Windows 95 Launch mit Bill Gates und Steve Balmer, wie die da alle so rumtanzen auf die Bühne. Da versuche ich ja anzusetzen. Also, was müssen die wissen, dieses Publikum?

SPEAKER_00

Ich würde tatsächlich sehr provokativ behaupten, dass im Ergebnis die Speaker, wenn man das überhaupt so sagen kann, nicht sich selbst verkörpern in dem Sinne. Also ich als Patrick, Privatmensch. Also wie gesagt, es ist ja sowieso die Frage, gibt es sozusagen sowas wie Authentizität in dem Sinne, weil wir, wir haben ja vorhin schon Goffman gedroppt, jeder spielt eine Rolle, auch im privaten Kontext. Ich bin Vater, da verhalte ich mich anders, wie als Bruder, als Schwester, als Consultant, wie auch immer. Aber ist es nicht eher sozusagen das Tiefmenschliche, dass es eigentlich um diese Connection geht und eigentlich die Auflösung des Egos in der Performance? Weil man ja sozusagen, wenn man so obsessed ist mit der Audience, dann fokussiert man sich ja darauf, wie du ja schon richtig gesagt hast, zu übersetzen, also sich in sie hinein zu versetzen. Was brauchen sie? Wie können sie es verstehen? Dass es doch eher sowas auch ist, dass das eigene Ich sich so ein Stück weit darin auch ein Stück weit auflöst und man eher so eine Einheit wird mit dem Publikum wiederum. Also, dass das so vielleicht diese Ambition letztendlich ist. Und dass das wiederum ja auch was zutiefst Menschliches ist, wenn wir uns als soziale Wesen begreifen, dann geht es ja darum, dass wir uns verständigen, kommunizieren, kollaborieren und so weiter. Und dass sozusagen die Kommunikation dazu dient, das zu wecken und diese Connection, diese Relation herzustellen. Und die andere Seite wäre dann eben so: das, was du gerade meinst, mit Ego und so weiter. Ich stelle mich da einfach hin, mir ist auch scheißegal. Und für viele scheint das auch authentischer zu sein, weil sie ja sozusagen sich ja einfach nur sich selbst sozusagen irgendwie beobachten. Darbieten wollen, aber es gibt keine Connection. Es ist connection loss. Und dann entsteht aber wiederum das Bild des Publikums von einem selbst, der da performt. Was ist denn das für ein Vollidiot? Ich verstehe nicht, was er sagt. Er ist mir zutiefst unangenehm vom Auftreten, der ist doch arrogant und so weiter und so fort. Dass das gar nicht so diese Frage ist, ob man da echt als Mensch steht, sondern es geht doch eigentlich um diese soziale Beziehung oder verstehe ich das falsch?

SPEAKER_02

Ich fand es gar nicht so provozierend.

SPEAKER_00

Was fandst du es nicht?

SPEAKER_02

Nicht provozierend. Du hast gesagt, du hattest eine provokante Idee. Fand ich nicht so provozierend.

SPEAKER_00

Das ist ein klassisches, das nennt man Erwartungsmanagement. In der Beratung, ne? Schrecklich ist.

SPEAKER_02

Billable magic. Billable magic. Billable magic spells. This is der, ich sag immer presenting is the hardest soft skill nobody ever taught you. Also, this is wirklich wie vermittle ich am besten Ideen, so dass Menschen die verstehen und so dass sie weggehen können. Und das hat in irgendeiner Art und Weise eine positive Impact auf ihrem Leben, für ihren Alltag. Das kann nicht funktionieren, wenn du deine Performance, und jetzt mache ich für die Zuhörer Werbefüßchen, wenn du versuchst, ein Keynote-Speaker zu sein. Und das kennen wir auch, ne? In so einem kleinen Komfi, vielleicht vier Leute, Kaffee auf dem Tisch, Kekse, und dann kommt einer rein und macht eine macht eine Keynote, macht eine auf TED-Talk. Das ist ja lustig in einer künstlerischen Kontext. Es ist als präsente Venti ist das natürlich dann lustig, weil das spielt mit dem Kontext von den Raum. Habe ich auch gemacht, hat wunderbar funktioniert. Es funktioniert aber nicht, wenn du versuchst, Leute Tools zu geben, wie sie, keine Ahnung, das Betriebsdatenfassungssystem zu nutzen. Es kann nicht funktionieren. Das braucht man in einer andere Art und Weise. Es braucht eine andere Tonalität, es braucht eine andere Vorangehensweise, es braucht unfassbar viel Empathie. Für einen Speaker ist Empathy, ist es der Geheimwaffe schlechthin. Ja, also wenn du. Deshalb finden manche Leute große, also große Bühnen, wo man das Publikum nicht sieht, wahnsinnig schwierig, weil man sieht eigentlich nur die erste Reihe. Und die erste Reihe ist meistens die anderen Speaker. Es ist kein richtiges Publikum. Das richtige Publikum sitzt im Dunkeln. Dann gibt es andere, die extrem Probleme haben mit kleinen Publikum, wo sie jeden sieht, weil die ganz genau sehen können, können, ganz genau sehen können, was für einen Impact ihre Worte haben. Weil das ist auch erschreckend zu sehen. Wenn ich sage, wir machen es so und nicht so, und zehn Leute notieren das, dann ist es ein Ding. Das ist auf einmal ein Ding. Ich habe das Universum korrigiert für die zehn Leute. Und das ist echt ein Problem für einige Leute. Und es wird gefährlich für Menschen, wenn sie eben versuchen, diese Keynote-Speaker-Rollen zu spielen. Statt einfach ihre Rolle zu spielen, ihre Aufgabe zu erfüllen. Ihren Aufgabe als CEO, ihren Aufgabe als Line-Manager. Oder in einem Kontext, Kontext von einer Konferenz, ihren Aufgabe als Speaker.

SPEAKER_04

Ja, ich glaube, der Connect, also das ist ja ein Medium, um Rapport herzustellen mit diesem Publikum über Inhalte, die aber ja der Aufgabe entsprechen. Also ein CEO sollte sich, muss sich ja jetzt nicht hinstellen und irgendwie über Camping-Urlaube sprechen, nur damit er gesprochen hat und ein toller Keynote-Speaker ist, sondern quasi hat eigentlich eine Aufgabe zu erfüllen. Und das hier ist ein Medium, in dem man das machen kann. Ich glaube, das ist ein super guter Hinweis, dass quasi diese, also mache ich das einfach nur, um gesprochen zu haben? Oder habe ich tatsächlich auch einen, also hat das Sinn, dass ich überhaupt spreche? Und dann muss ich mir natürlich überlegen, wie kann ich das jetzt bestmöglich tun, damit das auch den Effekt hat, den das hier erzielen soll. Also das ist, glaube ich, nochmal ein, ja.

SPEAKER_02

Das darf ich neu ansetzen, Patrick, weil das ist ein ganz wichtiger Punkt. Viele kommen, also eine meiner ersten Fragen ist, wie lange ist dein Sot? 20 Minuten. Und dann, wie lange möchtest du sprechen? Und dann kriege ich den Blick von den Leuten so, yeah, ich habe 20 Minuten. Okay, ja, aber wie lange möchtest du sprechen? Who said you have to speak for 20 minutes? Also for me, is a presi, it is the amus gül, the wichtigsteil, and this is the QA. Dialogue where a person spricht and 200 to the QA finds a tatsächlich dialogue start, or in a cafe pause, or in the comfy-raum, where when many 20-minute slot hat, then fängt an, so bubble. Das haben wir in der Pandemie gesehen.

SPEAKER_04

Worauf referenzierst du?

SPEAKER_02

Er hat keiner Bock hat, ewig lang in diese Kamera zu schauen oder auf den Bildschirm zu schauen, wie der Karl-Heinz durch seine dämlichen Slides da durchklickt und umt und aht für 20, 25 Minuten. Das wollte keine mehr sehen.

SPEAKER_00

An der Stelle muss ich natürlich widersprechen. Sagen wir so, über die Themen, über die die allermeisten Menschen sprechen, da reichen wahrscheinlich sogar eine Minute. Aber es gibt durchaus Themen, wo man sich länger Zeit nehmen muss. Aber natürlich vielleicht dann nicht im Monolog, sondern eher im Dialog und in dem Vertiefenden. Weil das wäre auch so ein bisschen meine Kritik an dieser ganzen eher oberflächlichen Businesswelt, dass man sich nicht die Zeit nimmt, auch über Dinge ausführlicher zu sprechen, vor allem, wenn es komplexer wird, wenn es größere Probleme sind und so weiter. Aber das ist ja auch nicht Sinn und Zweck der allermeisten Veranstaltung, sondern da geht es ja eigentlich darum, mach deinen Pitch und bring deine Message und gerade auch in einer hochzeitgetakteten Umgebung, wo ein CEO und so weiter sowieso schon durchgetaktet ist, der muss halt sehr schnell auf den Punkt kommen und die Botschaft drüber bringen. Und da muss man jetzt auch nicht lange Ausführungen machen. Aber was mir da besonders gefällt, ist sozusagen dieses, um das nochmal auf den Punkt zu bringen und so ein bisschen vielleicht diese Verwirrung, was ist authentisch, was ist nicht authentisch. Eigentlich geht es ja nur darum zu sagen: Was ist deine Rolle, was möchtest du, was ist dein Zweck, welche Aufgabe hast du? Und das Authentische ergibt sich daraus, dass Rolle, Zweck und so weiter möglichst bestmöglich im Publikum ankommt. Und das wäre für mich so der authentische Moment, wo man sagt, das ist authentisch, aber aus dieser Rolle und diesem Zweck heraus und es ist angekommen und so weiter. Was aber nichts zu tun hat mit diesem, ich bin jetzt der authentische Patrick, bin aber in der Rolle des CEOs und spreche jetzt über Camping, damit ich so ein bisschen meinen privaten, damit ich so connected zu euch. Vielleicht ist es auch manchmal ein Trick und so weiter, aber der Fokus sollte ja sein, welche Botschaft will ich in meiner Rolle vermitteln, bestmöglich, sodass es ankommt.

SPEAKER_02

Wenn wir über speaking, presentation, rhetoric, authenticity, Australia, also all these things anchor, spread. We show in grongen nur the last 2% of the process an authenticity find it in the architect stuff, in the process start, in the start. And for me, Bühne is all. Bühne is camera, Bühne is Confizimmer, Bühne is whiteboard, Bühne is conference. And when we sag, hey, we had we lässt er oder sie das so einfach aussehen?

SPEAKER_01

Das sieht so easy by them.

SPEAKER_02

Before they then for 17 minutes off these rote runde stand. So and these authenticity self bewusst sign this cringe factor that beeinfluss from wie 98% man gemacht hat. Männer, in the Männer, neigen dazu zu sagen, hey, ich can das so oder so. They wing it. Nur um festzustellen, dass sie es nicht können. Aber die machen das for a live-publicum. Also die meisten Presis, die we heutzutage sehen, sind nicht mal der erste Run-Through. Geschweige von dem technischen Durchlauf oder Generalprobe. This is wirklich mal das erste Mal, die ich jemals gemacht habe. Wie findet ihr das? Es ist ja klar, dass das nicht authentisch rüberkommt, weil man fängt an, dann rumzuspielen und zu gucken, okay, wie funktioniert diese Teil von der Presse? Was möchte ich dann werden? Weißt du? Das kann nicht funktionieren. Und wenn we über my performances sprechen, dann sprechen wir über die 20 Minuten, eine halbe Stunde, 60 Minuten auf die Bühne. When we über TED-Talks sprechen, dann ist es wirklich die letzte 2%, die 17 Minuten auf die Bühne. Aber wir mussten eigentlich über den Rest sprechen, weil da findet alles statt. Da findet das Selbstbewusstsein statt, da findet die Haltung statt, da findet die Authentizität statt.

SPEAKER_04

Vielleicht sind auch so Bühnen oder verschiedene Arten von Präsentationen, ob das jetzt nur zwei Leute vor dir sitzen oder 20 oder 200, auch nochmal besonders spannend, also weil du ja vorher nochmal gesagt hast, dass du da ja auch so ein bisschen therapierst und viele Leute, glaube ich, haben sehr große Angst davor, vor vielen Menschen zu sprechen. Und auch das ist ja nochmal so ein Thema, ja, vielleicht bin ich in einer bestimmten Rolle und habe hier auch bestimmte Sachen zu sagen, aber es ist halt einfach super gruselig, ne? Oder da sitzen mir jetzt gegenüber, ich habe was erarbeitet und dann sitzt mir ein Gremium gegenüber, das besteht aus dem Vorstand und das sind einfach scary people. Weißt du, was ich meine? Also das ist einfach eine Situation, die sehr viel Aufmerksamkeit quasi auf das Gesicht des Sprechenden oder der Sprechenden projiziert. Wo ja dann quasi so dieses Private, was nicht eigentlich an der Rolle hängt, sehr stark in diese Rolle vermischt wird. Weil man sagt, eigentlich aus der Rolle heraus müsste man das machen, aber kann ich diese Rolle eigentlich erfüllen mit den Fähigkeiten und meinen und Gefühlen, die ich selber als Person mitbringe? Das würde mich auch nochmal total interessieren, wie das quasi in deiner Praxis verarbeitet wird. Also, ne, weil da sind ja dann auch so Sachen wie Machtstrukturen und so weiter. Und manchmal muss man vielleicht Präsentationen, na, da sind wir wieder bei dem, ist es sinnvoll oder nicht, vielleicht will irgendjemand, dass man das da auch mal präsentiert, obwohl das eigentlich gar nicht sinnvoll oder förderlich für das Projekt wäre oder für die Sache, die man machen möchte. Oder Leute involvieren oder da sitzen dann auf einmal andere Menschen, die man sich irgendwie gar nicht, wo man gar nicht wusste. Oder ich erinnere mich an ein Zitat, das bei Präsento Mori, was man sich ja auch online anschauen kann, irgendwie quasi, ich weiß nicht mehr, von wem das Zitat ist, vielleicht weißt du das noch. Mit der, der die Nummer eins Angst von Leuten ist Public Speaking und die zweite Angst ist Death, also ist der Tod und der Tod ist einfach Nummer zwei nach Public Speaking. Ja, was passiert da?

SPEAKER_02

Ja, es ist von Jerry Seinfeld, wo der Public Speaking ist der Nummer Nummer eins, Angst, und bei einer Beerdigung werden die meisten Leute lieber in den Sarg sein als der Rede halten für einen Menschen, der gerade verstorben ist. Die Zahlen dieser Mist hat einen echten Impact auf mental health. Also, alle anderen Scheiße, die wir noch in unserem Leben haben. Mist, ich muss auch noch auf das Town Hall was präsentieren. Und das kommt noch dazu. Da spielen natürlich jede Menge Sachen eine Rolle. Also, erstens ist es mehr Aufwand, insbesondere wenn man über ein Thema sprechen muss, wo man nicht 100% drinnen ist, dann irgendwo tief in den eigenen Historien ist immer ein Moment, ein Person, ein dunkler Schatten, eine Erinnerung an irgendjemanden, der gesagt hat, Du bist zu laut, oder hör auf anzugeben oder sei nicht so selbstbewusst, so ein Mädchen, kleiner Angeber. Oder irgendeiner hat, oder ein Lehrer oder ein Onkel oder eine Tante oder ein Nachbarn, hat irgendwas gesagt, was uns irgendwie mal einen Knacks gegeben hat für selbstbewusste Auftreten von anderen Menschen. Dann kommt auch noch dazu: bin ich ein Extrovert oder bin ich introvertiert? Is it noch schwieriger? Jemand wie ich es bin, an extrovertierte Introvert. Also, also this is alles wahnsinnig komplex. Und the wake, die ich persönlich für mich gefunden habe, ist ein Cliche Trust the process. Trust the process, do the work. Also minimiere risk. Also, all this so to do that inhaltly from the story, from the facten, from the message, also from this what I have for the public, that so good forbereitet sein, that I think vielleicht that sprachly, vielleicht is my halting bockmist, vielleicht sind all these things, also, but inhaltlich, story-mäßig bin ich on point. Also, das ist der Prozess dazu. Und meine Mentils finden, dass das auch hilft. Also auch die wahnsinnig schüchterner, introvertierten Menschen kommen sehr, sehr gut damit zurecht.

SPEAKER_00

Ich würde da tatsächlich die Frage auch an dich stellen. Also, es hört sich so ein bisschen ja für mich an und ich kann das sehr gut nachvollziehen aus meiner persönlichen Biografie. Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnerst, in den Zeiten, wo wir gemeinsam auf Werbeblogger geblockt haben. War ich ja ein Typ, der eher introvertiert, eher total in der Sozialphobie eigentlich fast schon. Und dann habe ich so eine Einladung gekriegt, wo ich auf dem Podium diskutieren sollte mit Peter Kabel. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch, wer Peter Kabel ist. So New Economy Desaster. Ja, Mary, du bist ja auch nicht alt. Sie schüttelt den Kopf. Aber Markus kennt, glaube ich, Peter Kabel noch oder auch nicht? Egal. Auf jeden Fall damals so ein New Economy-Ding und so weiter. Und der kleine Patrick sollte da auf dem Podium sitzen und irgendwas Schlaues sagen. Und ich erinnere mich noch, dass ich extra aus Österreich eine Packung, weil es das in Deutschland nicht gab, Bio-Beta-Blocker bestellt habe, um sozusagen meine Angst zu überwinden. Und ich weiß noch ein anderer Autor, der damals mit uns geblockt hat, Gerold Braun, mit dem habe ich vorher telefoniert und habe das sozusagen auch transparent gemacht und so. Und er hat gesagt, du machst es jetzt und danach wirst du merken, du willst nichts anderes mehr machen. Das heißt, der hat mir eigentlich so ein Antivirus gepflanzt, was ich dann versucht habe, also das ist ja die Logik, die du so gemeint hast. Es gibt Leute, die sagen dir, du kannst das nicht. Das setzt sich wie im Virus im Kopf fest. Und ich nenne es immer, ich nenne es nicht, sondern Robert Anton Wilson hat es mal so beschrieben. Was der Denker denkt, will der Beweisführer beweisen. Also das heißt, wenn du einen Gedanken mal gepflanzt hast, versuchst du sozusagen immer zu beweisen, dass das der Fall ist. Und du suchst sozusagen immer die Informationen, die dir das bestätigen, was mal jemand anders gesagt hat. Oder halt auch umgekehrt in ich bin dann sozusagen der Rebell und versuche sozusagen das Gegenteil zu beweisen. Und bei ihm war das dann halt so: mach das mal und du wirst sehen, du wirst dann Blut lecken und du willst nichts mehr anderes machen. Und das war dann so. Also, es war eine Katastrophe, dieses Panel für mich. Es war die Hölle, aber trotzdem danach so ein geiles, euphorisierendes Gefühl, dass ich es gemacht habe. Und dann bin ich da wirklich so reingerutscht und zur regelrechten Rampensau geworden von jemandem der vorher eigentlich so noch nicht mal mit Leuten irgendwie essen gehen konnte und sprechen konnte, weil er sonst Panikattacken gekriegt hat. Also, weil das sind ja auch performative Akte, also Geschäftsessen. Das haben wir jetzt so gar nicht thematisiert, beispielsweise. Das ist ja auch ein ganz anderes Setting. Und für mich ist jetzt sozusagen die Frage, ist das, was du in erster Linie auch mit Speakery, also deinem Speaker-Beratung, wenn man so will, tust, das hörte sich gerade so ein bisschen an, wie wenn jemand speaken will, so ein bisschen wie Fahrrad lernen. Und das erste ist so Stützräder. Also du gibst den Leuten so gewisse Stützräder, die auch erstmal so die Angst überwinden und eben, und die Stützräder würde ich sagen, mach so, mach erstmal so die Hausaufgaben drumherum, bereite dich vor, also diese Vorbereitung, also dieses, ich setze dir einen Helm auf, ich mache dir Stützräder dran, aber das Ziel ist es, sozusagen Fahrrad zu fahren. Und jetzt wäre so die Frage, kommt man dann auch irgendwann, weil das wäre auch so meine Erfahrung, oder vielleicht ist es auch eine Illusion, dann schon so in eine gewisse Routine rein, wo einem das alles viel, viel leichter fällt und man irgendwann freihändig fahren kann mit dem Fahrrad und rumprotzt. Vielleicht fällt man dann auch mal auf die Fresse, das wird dann auch passieren. Das ist so die Frage, also ist das eher so ein initiales Helfen und Begleiten oder muss man immer diesen gleichen Ende? In deine Performances stecken wie beim ersten Tag. Also ist der Aufwand ein anderer irgendwann oder ist das eine Illusion? Also würdest du sagen, steck immer die gleiche Energie und Ding da rein oder kommt das irgendwann wie von selbst auch zum Teil?

SPEAKER_02

Ich werde das eher als es ist ein Computerspiel. Und die meisten Leute kommen hier an und sind Level One Speaker. Auch wenn die glauben, dass sie Level 20 sind, aber sie sind in meinem Feld Level One-Speaker. Und je nachdem, wie ehrgeizig sie sind, und Ehrgeiz ist wahnsinnig wichtig. Also Ehrgeiz ist viel besser als, ist viel wichtiger als Talent, ist viel wichtiger, als ob man extrovertiert oder Ehrgeiz ist wichtig. Und wenn sie ehrgeizig sind, dann kommen wir sehr, sehr schnell auf Level 40. Und dann fängt im Grunde genommen da die Arbeit an, um zu gucken, okay, wie, warum sind wir hier angekommen, es geht dann langsam voran. Und dann machen wir Fortschritte und dann kommen wir am Level 54 an. Das ist Top-Level. Also wir haben einen Punkt erreicht, wir haben hier zwei Tage hart gearbeitet und die fliegen nach Hause mit einem TED-Talk. Die kamen, hatten keins, gingen nach Hause, haben 17 Minuten, geile TED Talk. Dann machen sie den TED Talk, dann sind sie natürlich begeistert. Das ist das, was du erfahren hast. Du machst dein Ding, kommst in die Bühne, alle sagen, es war toll. Und dann schaust du mal das Video an und dann denkst du, ich habe die Hälfte vergessen. Wie stehe ich denn da? Da rufe ich mal die Markus mal an. And then kommst du nochmal vorbei. And then müssen wir eine Entscheidung treffen. And here is the Spielevergleich sehr, sehr hilfreich. Wir können entscheiden, bei Level 54 to the gleich. Sehr ordentlich, sehr okay. Oder wechselt ein Prestige. We went to work on level 1, but an hour. And then we can have another niveau with the wissens, which we should in the error, the error, the last 50 levels. And then machen wir das, and then gehen die nochmal auf Konferenzen. Machen das nochmal. Jetzt werden die gebucht. Jetzt kriegen wir die 1000 Euro for a talk. And then schauen sie ihre eigenen Videos an. And then kommen sie nicht nochmal zu mir, weil die ihre eigenen Prestige-Arbeit machen. Die sagen, okay, jetzt habe ich da erreicht, jetzt muss ich auf den nächsten Level gehen. Was muss ich dann tun? Und dann vielleicht gibt es nur einen Anruf mit Marcus, um zu gucken, wie wir dann auf Prestige Level 3 kommen. So funktioniert das. Also der Aufwand ist immer das Gleiche. Ein Ding zu schreiben, muss geschrieben werden. Um irgendwas zu schreiben, musst du Ideen haben. Du musst die Recherche machen, du musst es dann produzieren, du musst es dann üben. Aber es wird immer leichter, weil du es schon mal gemacht hast und du weißt, wie man mit Kritik umgehen muss. Du nimmst Notizen leichter an. Du kommst schneller zum Punkt. Die QA wird jetzt interessanter, wichtiger, reichhaltiger. Es sieht einfacher aus für den Zuschauer. Das ist der Unterschied zwischen Level 2 oder Prestige Level 2 und Prestige Level 15. Prestige Level 15 sieht einfacher aus.

SPEAKER_01

Wie kann sie so leicht and Spielerisch mit dem Publikum umgehen?

SPEAKER_02

Es gibt speaker, die schaffen das, dass ein Publikum aufsteht, rumhupft, applaudiert, die intimsten Geheimnisse mit dem Rest teilt. And then gibt's die einige, die nicht mal eine kriegen nicht mal Hände hoch von einem Publikum. Weil es Technik braucht. Man muss ein Publikum dahin bringen. Und das geht nicht von heute auf morgen. Es muss geübt werden, es muss geplant werden, das muss in a richtiger Moment, the rich beat in den Pressi kommen. Also das musst du alles lernen und üben und du musst versagen. Das musst wehtun. Und dann musst du runtergehen von die Bühne und dann fragen, warum hat das nicht funktioniert? Dann musst du hören von dem Publikum, weil ich keinen Bock hatte in dem Moment. Oder weil es 16 Uhr ist. Und du kannst den gleichen Pressi um 10 machen und um 16 Uhr. Zwei verschiedene Ergebnisse. Also das deshalb ist es. Und du kannst eine contexte sind ja contexte, also networking, dinners, conferences, café pausen, elevator pitches, these crampes performant tale unser business lives. That brings you this the mother source presentation, this MVPT. This is the one PowerPoint presentation to rule them all. This is the basis of all for the next 18 months. Du nutzt es für Media, wenn du mit Journalisten sprichst, du nutzt es auf die Bühne, du nutzt es beim Elevator-Pitch, beim Abendessen, wenn du deine zwei Minuten in der Pause so Markus, was machst du? Also, das ist das, was man nutzt. Und da drin steckt man eine ganze Arbeit. Und mit diesen MVPPT levelt man dann auf.

SPEAKER_04

Jetzt ist es sehr gut, dass wir am Anfang über deine eigenen Performances gesprochen haben, dass wir alle deine Haltung gegenüber bestimmten Themen schon ein bisschen einschätzen können. Man könnte ja jetzt auch meinen, du bildest hier quasi die Rige aus, zu denen, die, weil eigentlich ist ja jede Präsentation eine Intervention, ne? Also man geht anders, im besten Fall geht das Publikum anders raus, mit anderen Erkenntnissen, als sie reingegangen sind, egal wie klein oder groß die sein mögen. Und wenn du jetzt aber quasi dieses Toolset-Leuten an die Hand gibst, kann das natürlich sein, es wird für Gutes oder für Schlechtes benutzt. Also das ist ja quasi dieses, also man macht eine Präsentation immer ja eigentlich, um das Gegenüber zu bewegen auf irgendeine Art und Weise. Also es ist entweder es ist nur eine Erkenntnis oder damit da eine Handlung rauskommt oder sonst irgendwas, aber man möchte ja etwas bezwecken. Deswegen kommuniziert man da quasi an diesem Punkt. Und für mich schließt sich so ein bisschen der Kreis, weil ganz am Anfang hast du das so gesagt und ich glaube, mir war das, ist es jetzt deutlich bewusster, was du damit gemeint hast als vorher, mit einer, wie viel Macht eigentlich eine Präsentation haben kann und wie sehr man sich bewusst sein muss mit dem, was man tut oder präsentiert und wie man es präsentiert, weil man dadurch natürlich in eine Machtposition kommen kann und gegebenenfalls Leute in eine Richtung lenken kann oder in eine andere Richtung lenken kann. Also ich will denen nicht absprechen, dass sie nicht selber denken können und auch überdenken können, was da für Inhalte sind. Aber natürlich kommt es schon ein bisschen drauf an, quasi, welcher Raum dafür auch geschaffen wird durch eine Präsentation oder durch das Setting von einer QA und wie das durchmoderiert wird und wie darauf geantwortet wird und so weiter. Was am Ende hängen bleibt und was nicht hängen bleibt. Es ist sehr spannend.

SPEAKER_02

Es geht darum, dass wir, also ich möchte, ein Freund hat es eigentlich super auf den Punkt gebracht. Markus, du ja, du hilfst du hilfst anderen, du hilfst die corporate world mit dem, was du tust. Also, Menschen können besser schlafen, weil sie eben keine Angst mehr haben, weil sie eben die Arbeit gesteckt. They can better present. That is good. Well done, Marcus. But Langeweile. Das Publikum is Kunde. Die haben entweder Karten gekauft oder die investieren mit ihren Zeit. Und das ist auch relevant für das Corporate Welt. Wenn ich eine wenn ich zehn hoch bezahlten Menschen in einem Raum habe für eine Stunde und ich verschwende das mit irgendeiner PowerPoint-Nonsense, dann ist das teuer. Also es hat dieser Aspekt. Wenn ich eine Stunde mit zehn Leuten bekomme, dann ja, ich will was vermitteln, was was bewegt, was Gutes bewegt. Entweder für die persönlich, privat, als Team Mitglieder, oder für die Firma an sich. The Schattenseite von this is Du bist the Verteidigungsminister from the United States of America, and you sit in the UN Security Council, and you have a riesen Bildschirm hinter dir, and du hast zwei Slides. And one of these slides zeigt a diagram of Zen. And angeblich in dieser Zügen sind weapons of mass destruction. And that's why bewegt hat. Also, and deshalb sag ich PowerPoint presentation, oder in diesem Fall, ich glaube, es war sogar keynote caused more harm than anything ever. Also, speakery ist für mich wahnsinnig wichtig, weil man kann ehrlich, man kann wirklich was Gutes bewegen hiermit.

SPEAKER_00

Ich würde ja auch sagen, also die Ironie ist ja, dass tatsächlich in PowerPoint der entscheidende Begriff steckt, nämlich Power und on point, weil es geht ja eigentlich um Macht. Es geht wirklich um Macht. Also das ist ja die Essenz von Macht, ist, ich versuche Leute von etwas zu überzeugen, wo sie vielleicht noch gar nicht bereit waren, überzeugt zu werden und so weiter. Aber im Kern geht es ja genau darum. Und dann ist ja die Frage, wenn wir sozusagen Macht jetzt nicht per se als etwas bewertend Schlechtes sehen, sondern sagen, Macht ist erstmal so ganz neutral betrachtet, ein Ding, was es halt gibt und überall gibt, alles ist durchdrungen von Macht, dann ist ja eher dann die Entscheidung, was tue ich mit der Macht letztlich. Und ich meine, Colin Powell ist ja so ein Beispiel, aber wir Deutschen lieben es ja auch über unsere schreckliche Geschichte und so weiter. Das war ja eine Perfektion von Kommunikation mit Massen, um sie auf einem Pfad zu führen, der super düster war und sie Dinge tun zu lassen, die noch viel, viel düsterer waren und so weiter und so fort. Aber das müssen wir uns, glaube ich, bewusst machen, dass Performance oder diese Art von Performance immer Macht hat. Und je besser diese Performance ist, desto stärker wirkt diese Macht. Und deswegen muss man sich dann immer selbst reflexiv natürlich auch die Frage stellen: zu welchem Zweck benutze ich diese Macht? Und deswegen wäre dann so die Frage: Du würdest ja wahrscheinlich nicht gewisse Leute beraten, wo du weißt, dass sie einen Zweck verfolgen, der nicht human wäre. Also der menschenfeindlich ist.

SPEAKER_01

With great powerpoint comes great responsibility.

SPEAKER_04

Also, ich muss erstmal, das hat mein Mind gerade geblauen, ne?

SPEAKER_02

Mary. Also wir beiden, liebe Zuhörenden, Mary und Marcus, gerade hier off-Mic und on Camera. Wir sind vom Tisch gefallen, als das PowerPoint. Gott messy. Gott messy. Wow. Also erstens ja, ich werde natürlich, also es gibt Leute, die brauchen hier niemals beraten. Das ist ja klar. Auf 28 Jahre habe ich mich, ich habe geweigert, eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen, die die Arbeitsplätze von 30.000 Leuten beeinflusst hat. Ich habe gesagt, ich mache das nicht. Die meisten Leute haben überhaupt, wenn es darum geht, ein Pressi zu machen, die haben oder zu geben vor Leute, vor ihren Kollegen, vor ihren Chefs, für ihren Vorstand, es geht nicht um Macht, es geht um blankes Überleben. Die haben solche Angst, solche Kummer haben sie für dieses Ding. Und das hat nichts damit zu tun, dass my God, with with great PowerPoint comes great responsibility. I am so gonna put that on LinkedIn when we're finished. Oh, that's LinkedIn content right there, my friends. Einfach diese, when they from the Bühne runter gehen, or when it fertig ist and when sie sagen danke, man sieht diese komplette Körperspannung, dass das einfach jegliche Spannung fließt von der Körper, weil sie merken, oh, ich hab's geschafft. Und dann kommt irgendein Stagehost und will mal ein QA mit ihnen machen. Und da ist absoluter Horror. Also kleiner Tipp, liebe Menschen da draußen in Podcast Land. Es ist wirklich vorbei, wenn du wieder ins Publikum sitzt. Ansonsten is es vorbei. Surviving and Thriving.

SPEAKER_04

Also, eigentlich haben wir jetzt nochmal zwei Kontraste aufgemacht mit einer Surviving auf der einen Seite, aber Macht Ausübungen auf der anderen Seite und finde das dann nochmal besonders spannend in dem ganzen Kontext von den Authentizitätsdebatten quasi und UBU und so weiter und so fort. Was ja häufig auch jetzt Gott sei Dank sehr kritisch diskutiert wird. Aber weil man daran irgendwie nochmal sieht, wenn es nur darum geht, wie ich mich selbst darstelle in der Präsentation, wird es ganz strange, quasi, woran man eigentlich arbeitet, weil dann ist es so, dann ist es eigentlich inhaltslos und leer, wenn man aber tatsächlich irgendwas zu vermitteln hat, sich dann klar zu machen, quasi, okay, und wie kann ich das jetzt bestmöglich rüberbringen und dabei natürlich dann irgendwie den Balanceakt zu haben, zu, ich möchte dabei bitte nicht im Boden versinken aus Scham oder sonstiges, ist das eigentlich viel wichtiger, als quasi zu versuchen, ein authentisches Ich zu finden, das sich irgendwo hinstellt und von allen als solches anerkannt wird und wiedererkannt wird, weil ich glaube, das ist am Ende wichtiger, was man gesagt hat und dass das da war.

SPEAKER_02

Jetzt kommen wir zu dem etwas schwierigeren Teilen von Authentizität. Sehr viele Menschen, mit denen ich arbeite, hassen das, Videos von ihren Talks zu schauen oder für mich im Present hat zu schauen. Ich hasse das auch. Weiß Bescheid, gell? Yeah. Okay. Es gibt einen Grund dafür. Es ist eine Dissonanz zwischen ich hab's richtig gut gemacht und dann der tatsächlich Beleg dafür, dass es eigentlich nur Mittelmaß war. Und das ist der Diskrepanz zwischen echter Mary Jane und Bühnen Mary Jane. Weil das Publikum, insbesondere the Kamera, will eine andere Energie. Und das ist eine Energie, die die meisten Menschen nicht bereit sind zu geben. Weil das fühlt sich falsch an. Das ist ja peinlich, was ich hier mache. The Bühne, egal welche Bühne this is, the context of the Präsident verlangt es. My Mentees must ertragen. They come here, they go off the Bühne, we eat for a lot. And then okay, it's give me my version, that so super peinlich is so cringe as it is. And then I think the two versions. And they gucken this an and they say, 'Ney, this gets überhaupt.' And they said, 'Okay, and then we're a peinture version an and they are begeist from their office,' but it's genuine, what an offtrate has. Selfbewus, with performante elements, and stimulation that was life is, and then loud and life. And it has a presiding, a clean out, a performance braucht. And that's an out and it's total authentic. And that is this, was the modell, that the wahre Dissonance then comes. That bin ich wirklich, but as I was gonna have this total fremd. And that is not 2%. And we can err that answer, when this art is research, writing, planning, audience obsession, takeaways, what is Sinn and Zweck for the Prezi? What is it in Act 1, in the 21st Act? The meisten Leute vergessen, dass ein Prezi ein Ende braucht. Das hört irgendwann mal irgendwie auf, weil, oh, ich glaube, ich habe keine Zeit mehr, oder? Also, wenn das alles gemacht worden ist, diese ganzen Zeugs, dann können wir ansetzen mit den 2%, dann können wir sagen, okay, gib mir mal deine Version, jetzt gib mir mal das peinliche Version.

SPEAKER_04

Ich finde das super lustig, was wir hier für eine Reise gemacht haben. Einfach, wir haben angefangen mit quasi Interventionen, die einem selber aufzeigen, wie man innerhalb der Corporate Welt, also wie die Corporate-Welt an sich und wie ja auch man selber innerhalb der Corporate-Welt von Ideologien irgendwie durchzogen ist, geprägt ist, Sachen macht, die sich vielleicht nicht gehören und so weiter und so fort. Und sind dann aber quasi über dieses Performative und dieses Machtelement, das da drin steckt, dahingekommen, quasi zu, was ist eigentlich das Handwerk davon und wie können wir das selber nutzen, um hoffentlich, also das ist jetzt quasi der Appell an alle Hörer, das nur gut zu nutzen und sich natürlich bei Markus Lessons zu holen, um gute Dinge in die Welt zu setzen. Aber quasi, was für eine, also ich finde, heute haben wir ein total lustiges Themenfeld irgendwie abgesteckt von so richtig, quasi, was kann Kunst bewirken, zu was sind Ideologien in Corporate, was sind Skills, wie fühlen wir uns selbst auf der Bühne, was kann das bewirken? Ganz abgefahren.

SPEAKER_02

Vielleicht ein letzter Punkt von mir. Also, dass die Freude, die Menschen verspüren, wenn sie alle diese Arbeit gemacht haben und dann auch noch Zeit für das letzte 2% hatten, wenn sie merken auf die Bühne, dass es funktioniert, dass da tatsächlich eine tatsächliche echte Connection mit dem Publikum stand. gefunden hat wenn sie eine standing ovation bekommen wenn sie runter in die bühne kommen mit einer mit einer ausstrahlung mit einer mit einer freude wie glücklich sie sind das ist es es geht nicht darum irgendeinen scheiß zu verkaufen die kein mensch braucht es geht darum dass make very very good look very very easy and get a good night's sleep before you do it und da und da um geht's für mich sehr schön vielleicht als abschluss das würde mich einfach noch total interessieren möchtet ihr beide nochmal so euer was war entweder euer eigenes Erlebnis oder eins das ihr gesehen habt so die best oder worst presentation die ihr je mitgekriegt habt es könnt ihr euch auch von uns oder von anderen Leuten ich starte kurz ich hatte mich einen im Kopf ich war im Studium im Soziologieseminar und in den Seminaren ist das immer üblich, dass man ein Referat halten muss quasi zu einem bestimmten Text.

SPEAKER_04

Und das ist natürlich schon mal sowieso eine schwierige Prämisse, weil irgendwie man hat selber eigentlich gar nichts zu sagen, sondern man versucht nur diesen Text irgendwie aufzuarbeiten und das irgendwie dann nochmal den Leuten zu sagen, die ihn entweder vielleicht auch gelesen haben oder vielleicht nicht. Und danach diskutiert man eh, aber ja. Und das, was mir aus diesem Seminar, ich weiß nicht mehr mal, was das für ein Seminar war, aber hängen geblieben ist, ist eine helllilane Folie mit hellblauer Schrift darauf, sodass ich kein einziges Wort lesen konnte, weil da einfach so wenig Kontrast war. Aber die ganze Folie war komplett voll mit Text und es war ganz abgefahren. Ich habe noch nie so eine Folie gesehen. Es war einfach ein Fließtext in unlesbar. Es war fantastisch. Eigentlich hätte ich sie gerne so als Ausdruck zu Hause, als Kunst. Ja.

SPEAKER_00

Dann mache ich mal weiter und überlasse unserem Gast dann die letzte Anekdote. Tatsächlich von anderen Menschen schlechte Sachen, die verdränge ich komplett, vergesse ich einfach. Also ich kann mich, also ultraschlechte Dinger verdräng ich, aber meine eigenen Sachen, die sind natürlich sehr präsent und ich glaube, das ist das, was Markus ja vorhin meinte, das ist auch wichtig, dass man auch Bewusstsein dafür hat, ob eine Performance gut oder schlecht ist. Ohne auch, dass man vielleicht ein Video gucken muss, sondern direkt danach und weiß so, ach du Scheiße, was ist denn hier passiert? Und da habe ich mal selbst so richtig verkackt. Und zwar war das eine Keynote, ich glaube, für tausend Leuten oder so. Wissenschaftskommunikation war das irgendwie. Und wirklich das Kernproblem, und deswegen würde ich Markus da hundertprozenti zustimmen, ich war nicht vorbereitet. Ich war 0,0 vorbereitet. Ich wusste, irgendwas wollte ich sagen. Und dann ist es so abgeglitten in so Selbstbeiräucherungs- also irgendwas, was natürlich irgendwie naheliegend ist. Ich erzähle halt so ein bisschen über mich und was ich so mache und keine Ahnung. Plus nächster Fehler, ich habe vollkommen überzogen die Zeit. Also es war überhaupt gar kein QA mehr möglich. Also schlecht vorbereitet, einfach aufgrund, weil ich damals so im Stress war und ich mir die Zeit nicht genommen habe oder nicht nehmen konnte, wie auch immer, scheiß drauf, aber es war einfach der Fehler schlechthin. Und deswegen, wenn man sowas vor sich hat, sollte man es immer blocken und immer mit einbeziehen, dass es gut vorbereitet ist, vor allen Dingen auch inhaltlich und so weiter. Und ich hätte eigentlich gar nicht raus, ich hätte mich eigentlich krank melden müssen, weil ich hatte es eigentlich vorher gewusst. Ich war nachts noch im Hotel bis drei Uhr morgens und versucht, diese Keynote zusammenzubasteln und ich wusste, das wird eigentlich scheitern. Und so war es auch. Und so waren auch ehrlich gesagt zum Teil die Rückmeldungen. Die waren da auch relativ so. Natürlich viel auch höflich und so. Aber da war mir einfach klar, das habe ich wirklich gigantisch verkackt, weil es, sage ich mal, auch in der Phase meines beruflichen Lebens war, wo ich eigentlich schon Erfahrung hatte und wusste, wie es besser ist. Und ich habe es trotzdem nicht gemacht. Und gleichzeitig die Bühne natürlich auch gigantisch groß war. Und dann ist das Verkacken natürlich doppelt so schmerzhaft. Ist ja klar, wie wenn du irgendwie auf dem Barcamp vor fünf Leuten warst. Genau, das war so das Ding, wo ich sage, dass also das hängt mir bis heute, wie man merkt, noch nach. Und andere schlechte Performance habe ich zuhauf erlebt. Und ich bin dann aber tatsächlich auch, weil ich weiß, dass die Leute ja so krass aufgeregt sind, bin ich auch immer sehr milde und gnädig dann sozusagen den Leuten gegenüber, weil ich es trotzdem wertschätze, dass Leute nach vorne gehen und was performen. Und ich sehe ihn ja schon an, dass sie super nervös sind. Und warum sollte ich jetzt da noch ihnen zusätzlich eins drüber ziehen, sondern ich will sie ja eher ermutigen, das öfters zu machen, weil ich ja selber diese Erfahrung gemacht habe.

SPEAKER_04

Markus, jetzt bin ich gespannt.

SPEAKER_00

Markus.

SPEAKER_02

Der Patrick hat mich eingeladen damals nach Karlsruhe. Diese Uni da Karlsruhe, genau. Meinen Vortrag über Transmedia Programs zu halten. Ich hatte eine, glaube ich mal, eine halbe Stunde Slot. 90 Minuten später still going. Das war das war das war nicht, aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war meine TED-Ex in Offenbach. Genau das gleiche wie bei Patrick, nicht vorbereitet. Ich saß also ganz klassisch man sitze im Zug auf dem Weg nach Offenbach, denke okay, TED Ex, okay, what am I gonna say? What am I gonna say? Oh, I'll wing it. Hier sind so drei, vier Punkte. Das wird irgendwie, das wird das war ein Desaster. Das war ein Desaster. Und ich bedauere das zutiefst. Ich werde so wahnsinnig gerne das so, ich würde gerne, wahnsinnig gerne nochmal den TEDx in Offenbach machen als Entschuldigung für das, was ich damals 2012 gemacht habe. And ich möchte, das war, es gibt ein YouTube-Video davon, und es gibt nur ein einziges Kommentar auf diesem Video, und es beschreibt perfekt auf dem Punkt 98% von alle Präsis, die gehalten werden von Männern, die sich nicht vorbereitet haben, aber insbesondere diese treckliche Marcus Brown Ted Ex Brother Woody 1 schreibt vor elf Jahren. Vor 11 Jahren 17 minutes of saying poorly nothing.

SPEAKER_04

Oh Gott, also wir hoffen, dass du nochmal eingeladen wirst. Uns hat es wahnsinnig gefreut, dass du heute hier warst. Danke für deine Zeit, danke für alles. Ich habe mir große Spaß gemacht.

SPEAKER_02

Ich hoffe, gerne für meine Mary und Patrick können immer gerne mein alles haben.

SPEAKER_04

Sehr schön. Und dann hier mit allen ein wir nehmen jetzt on Freitag auf ein schönes Wochenende und eine good. Danke dir. Money, money, I want more money.

SPEAKER_01

I want more. I don't even know why. Why?

unknown

Why do you have to go to the microphone?