Corporate Therapy

Episode #128 // Polykrise, Geopolitik und BWL im Umbruch: Warum Management neu denken muss // mit Prof. Dr. André Reichel

Human Nagafi, Mary-Jane Bolten, Patrick Breitenbach Season 1 Episode 128

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In dieser Episode #128 steht die Frage im Mittelpunkt, warum sich das Management grundlegend neu ausrichten muss. Wirtschaftswissenschaftler und Nachhaltigkeitsforscher André Reichel gibt uns Einblicke in die tiefgreifenden Umbrüche einer Weltordnung, in der sich geopolitische Machtverschiebungen, Klimakatastrophe, Technologiewettlauf und wirtschaftliche Rivalitäten zu einer Polykrise verdichten.

Wir beleuchten, wie stark politische Faktoren künftig unternehmerisches Handeln bestimmen werden: Welche Rolle spielt Resilienz in Lieferketten, wenn Effizienz nicht mehr das alleinige Paradigma darstellt? Welchen Einfluss haben nationale Interessen und „Strategische Autonomie“ auf Energie- und Technologiepolitik? Und welche neuen Anforderungen entstehen dadurch für das Management-Studium?

Wer sich dafür interessiert, warum Unternehmen jetzt eine ausgewogenere Balance aus Krisenbewältigung und zukunftsgerichteter Führung brauchen und welche Kompetenzen künftige Führungskräfte unbedingt mitbringen sollten, erhält in dieser Episode zahlreiche Denkanstöße. Dabei kommen auch Widersprüche und Fallstricke zur Sprache – ein offener, kritischer Blick auf die Grenzen tradierter Konzepte ist ausdrücklich erwünscht.

Shownotes:
1. Personen und Institutionen:

André Reichel:

2. Zentrale Konzepte und Themen, die erwähnt wurden 

  • Strategische Autonomie
  • „Project 2025“ 
  • Polykrise
  • Resilienz vs. Effizienz
  • Nearshoring / Friendshoring
  • Ethik in Technik und Gesellschaft
Speaker 1:

Es gibt drei Bereiche, wo strategische Autonomie wichtig ist. Der erste Bereich ist Verteidigung, das ist, glaube ich, jetzt alle verstanden. Der zweite Bereich ist Energie, und der dritte Bereich ist Technologie. Das sind entscheidende Bereiche, wo es um strategische Autonomie geht. Das heißt nicht, dass man alles immer selber macht, aber dass man, wenn man so will, ein bisschen ein Hedging und Leveraging macht, wo seine Risiken eigentlich liegen. Und beim Technologiethema finde ich es ja ganz interessant wir dürfen auch nicht unterschätzen, was die Europäer alles eigentlich können.

Speaker 2:

Da gibt es nämlich schon auch ganz schön viel letzten Endes. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Corporate Therapy, und ich freue mich sehr, heute wieder eine ganz besondere Episode zu haben mit einem ganz besonderen Kompagnon an meiner Seite, und ich begrüße zuerst Human, human Nagafi, den lieben Kollegen. Hallo Human. Guten Tag, herr Breitenbach. Wie geht's dir So weit, so gut. Den Umständen entsprechend, wie man heute so schön sagt. Und über die Umstände, wie sie entsprechend sind, wollen wir heute, glaube ich, auch mit unserem ganz besonderen Gast diskutieren. Dieser Gast ist kein Neuling in diesem Format, ihr habt ihn schon mal gehört, und zwar ist es André Reichel. Hallo André.

Speaker 1:

Hallo miteinander, Schön wieder da zu sein.

Speaker 2:

Und für alle, die erst später eingestiegen sind und André noch nicht kennen, vielleicht ganz kurz die Vorstellung André ist Wirtschaftswissenschaftler, nachhaltigkeitsforscher und Professor für International Management und Sustainability an der International School of Management ISM in Stuttgart, und du befasst dich sozusagen rund um diese Thematiken, du bist selber sozusagen in der Lehre drin, und gleichzeitig ist das so ein bisschen auch der Anlass und die Thematik, die wir heute besprechen. Und der Anlass war tatsächlich ein Post von dir auf LinkedIn, den ich gerne auch mal so als Einleitung vorlesen würde. Und vielleicht, was auch nochmal wichtig ist Corporate Therapy ist ja ein Podcast rund um kritisches Management, und dazu muss man sagen, auch du bist sozusagen ein Vertreter in dem akademischen Bereich für kritisches Management. Wir kennen uns ja persönlich noch aus deiner Zeit bei der Karlsruher Schule, wo das genau ja auch das Themenfeld war, und was vielleicht auch nochmal wichtig ist, du blickst auch sehr oft mit der Systemtheorie auf Gegebenheiten in dieser Welt. Das vielleicht auch nochmal so als grundsätzliche Einordnung. Und du hast eben ich glaube, vor ein bis zwei Wochen kurz nach dem Erdbeben, was in Washington ausgelöst wurde von Trump, jd Vance, allen Anwesenden und Zelensky, der dort war und quasi wie so ein Schuljunge von so Bullys behandelt wurde, und das eben in aller Öffentlichkeit und das eben mit entsprechenden geopolitischen Konsequenzen und Auswirkungen, dessen Fallout bis heute noch nicht so ganz klar ist, was das alles bedeutet. Aber wir wissen, es war ein Riesending, und du hattest eben auf LinkedIn geschrieben, und das würde ich gerne einfach vorlesen, und das wäre dann eben so.

Speaker 2:

Das Themenfeld Nach dieser Woche lässt sich festhalten die Zeit der regelbasierten globalen Ordnung mit ihren wirtschafts und handelsfreundlichen Rahmenbedingungen ist Geschichte In Klammern, und die ist aus ihrem Ende mit Macht zurückgekehrt. Die neue Realität ist die der Polykrise Klimakatastrophe, handelskonflikte, rohstoffknappheit, cyberangriffe, kriege, technologischer Machtkampf. Wer heute etwas mit Wirtschaft und Management studiert, muss Geopolitik, sicherheit, technologie und Nachhaltigkeit genauso ernst nehmen wie klassische BWL. Als Hochschullehrer habe ich mir Gedanken gemacht was muss in ein Managementstudium, das auf diese Welt vorbereitet? Und dann gibt es quasi verschiedene Punkte, die wir jetzt vielleicht tatsächlich auch Stück für Stück so ein bisschen mal durchsprechen können, was da drin steckt, und so können wir das vertiefen, bevor wir in die einzelnen Fächer reingehen. Vielleicht nochmal so gibt es grundsätzlich Fragen auch von Hummern in diese Richtung, oder ist allen jetzt klar, worum es so ein bisschen geht?

Speaker 3:

Also, ich habe es sehr gut verstanden. Ich glaube, das Spannende wird jetzt rein, wenn wir jetzt in die Details einsteigen. Von daher würde ich sagen, natürlich der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geht, ist, man könnte argumentieren, das Managementstudium hätte schon vor Jahrzehnten über Bord werfen müssen und neu gedacht werden müssen. Aber ich verstehe, dass man den aktuellen Anlass nochmal nimmt und nochmal betont, wie wichtig das heute ist.

Speaker 2:

Ich glaube, wir alle drei, um das auch nochmal klarzumachen wir sind uns tatsächlich der Tragweite dieser Ereignisse gerade bewusst. Das heißt, es gibt jetzt, glaube ich, keinen Dissens an einer Stelle, dass wir sagen nee, kann eigentlich alles so weitergehen wie bisher. Ich glaube nur, um das auch nochmal allen klar zu machen, wir haben da sozusagen, glaube ich, eine ähnliche Sichtweise, was Drastik und Auswirkungen und so weiter angeht, und auch Veränderungen, die jetzt stattfinden müssen im Denken und Handeln. Die spannende Frage wird aber sein, trotzdem wie werden jetzt sozusagen Lösungskorridore eingeschlagen? Fangen wir doch mal mit dem ersten Punkt an, den du sozusagen vorgeschlagen hast, wo ein Umdenken stattfinden muss, Das hast du benannt, mit Strategic Geopolitics for Business Leaders. Wirtschaft ist Geopolitik. Wer das nicht versteht, verliert. Vielleicht kannst du dazu mal ein, zwei Sätze sagen.

Speaker 1:

Ja, mache ich gerne Und danke, dass du das immer vorlesst. Ich weiß schon nicht mehr, was ich alles geschrieben habe, aber was ich halt vielleicht zur Vorbemerkung, bevor ich da einsteige. Also wir im Sinne von zum Beispiel die betriebswirtschaftliche Forschenden Community in Deutschland, aber wenn du auch international die Management Studies dir anschaust, es gibt natürlich seit vielen, vielen, vielen Jahren und Jahrzehnten an Diskussionen was gehört alles in den Fächerkanon hinein, wenn du Leuten beibringst, dass sie Management, dass sie BWL studieren? Häufig war das dann aber eher entweder in die eine Richtung orientiert, so nach dem Motto was ist das Fach eigentlich? Also, sind wir eine Wissenschaft, sind wir eher eine Praxis, also so ein bisschen diese Ausrichtung eher positivistisch unterwegs oder eher praktisch orientiert.

Speaker 1:

Das waren so die Grunddebatten und auch natürlich so ein Stück weit dann verbunden, wie stark in Richtung gesellschaftliche Zusammenhänge und Veränderungen soll sich das Fach hineinbegeben? Das waren so die großen Themen vor einigen Jahren ein Riesenthema transformative Betriebswirtschaftslehre, ja, und dann kamen natürlich ganz viele Themen wie Nachhaltigkeit und andere Sachen. Das ist ja alles nicht neu. Jetzt ist, glaube ich, aber das ist wirklich nochmal eine ganz andere Thematik, weil wir ja, zumindest seitdem ich mich mit dem Fach beschäftige und ich habe jetzt angefangen zu studieren um Gottes Willen, es sind dann auch schon 30 Jahre dann her. Das heißt, in der Zeit gab es gewisse Konstanten, die schon vorher ein Stück weit da waren, nämlich das Thema Globalisierung, internationalisierung, freihandel und alles, was da dazugehört, auch Interkulturelles.

Speaker 1:

Also diese Themen waren alle, wenn man so will, angekommen in der BWL. Jetzt nicht erst seit letzter Woche, aber seit da auf jeden Fall ist die Welt halt wirklich für alle sichtbar eine völlig andere, die gar nichts mehr mit eben den letzten 30, 35 Jahren zu tun hat und auch vielleicht nicht mehr mit den letzten 80 Jahren. Das heißt, dieses Fach BWL in Deutschland, das sich ja nach dem Zeitenweltkrieg auch neu erfunden hat und neu erfinden musste, steht eigentlich jetzt auch wieder vor so einer Herausforderung. Was machen wir? Und mal ganz auch praktisch gesagt wenn wir relevant bleiben wollen als eine Disziplin, auch als ein Fach, das Leute studieren können, ja, was muss dann da rein, damit diese neue Welt sich irgendwie auch da abbildet? Und das vielleicht so als Vorbemerkung.

Speaker 1:

Und dieser erste Punkt mit dem Thema Geopolitik also das ist ja so eine ganz faszinierende Sache, dass erstens mal das Politik so dominant wird, wieder in der Wirtschaft. Wir haben uns ja so ein bisschen das vorgemacht in den letzten 30, 35 Jahren Wirtschaft ist primär Politik, versucht hinterher aufzuräumen, und so. Und jetzt auf einmal merken wir, das war vielleicht nie so richtig der Fall, weil Politik immer machtvoll auch die Globalisierung geschaffen hat. Aber jetzt ist die Politik wieder völlig im Pfarrersessel, wenn man so will, angekommen und bestimmt die Situation auch für Wirtschaft.

Speaker 1:

Aber es ist halt nicht die Politik der letzten, sagen wir mal, 35 Jahre Globalisierung, sondern eine ganz andere, die jetzt zum Beispiel wieder deswegen auch der Begriff Geopolitik in Räumen und territorialen Kategorien und Zusammenhängen denkt, und das ist etwas, was wir gedacht haben, ja auch ganz mit Luhmann gesprochen Systemtheorie, der Raum ist irrelevant, zeit ist eigentlich die wichtigste Dimension jetzt für Gesellschaft, und wie kriegen wir diese Beschleunigung organisiert? und der Raum ist irgendwie nicht mehr so entscheidend, aber der wird jetzt wieder dramatisch wichtig. Und auch so die Frage was hat diese neue Dominanz von Politik, aber eben auch als Geopolitik, als Politik, die sich tatsächlich nach räumlichen Kategorien sortiert, und damit auch wieder so Themen wie Einflusssphären, wo kommen die Ressourcen her, wer ist Freund, wer ist nicht so unser Freund? also, wie bilden wir solche Blöcke auf einmal wieder, das dominiert, und da braucht man jetzt auch, denke ich mal, für die BWL und ganz praktisch für das Management in Organisationen auch Personen, die sich mit sowas auskennen und auch in diesen geopolitischen Kategorien denken können, und das machen wir bislang nicht.

Speaker 3:

Im Studium muss man einfach so sagen Ich würde vielleicht doch es wagen, einen Schritt zur Seite zu gehen, weil du hast ja im Grunde in dem gesamten Text zwei Kernprämissen. Die erste Kernprämisse ist ja, dass es ein Ende oder einen Wechsel oder wie man das jetzt auch immer beschreiben will der globalen Welt oder der regelbasierten Weltordnung gibt. Auch wenn wir, glaube ich, alle zustimmen, da ist was, glaube ich, für die Menschen, die das hören, vielleicht ganz interessant zu sagen ist es so und wie relevant oder wie besonders oder wenig besonders ist das jetzt gerade? Und dann wäre nochmal der spannende Punkt warum ist das relevant für die Wirtschaftswissenschaften? um dann sozusagen in die einzelnen Themenblöcke einzusteigen, und vielleicht könntest du uns da mal deine Perspektive teilen.

Speaker 3:

Also ich würde mal sagen, jeder, der sich so ein bisschen globale Politik oder sich mit Politik beschäftigt, hat ja das Gefühl, jedes Jahr verändert sich irgendwas Neuer. Präsident Trump war ja schon mal da, hat er auch schon Dinge gemacht, und die Leute haben sich die ganze Zeit an den Kopf gepackt, und die Welt ist ja trotzdem weitergegangen. Hast du einen Blick drauf, warum wir jetzt irgendwie besonders drauf schauen sollten, dass jetzt diese Zeit eine besondere Zeit ist, anders als vielleicht die letzte Präsidentschaft von Trump?

Speaker 1:

Da gibt es vielleicht zwei große Richtungen, die man antworten kann. Ich gehe mal auf die langweiligere zuerst ein, und die ist, dass wir ja, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sehen wir den Aufbau und auch die Erweiterung internationaler Institutionen, die es vorher so nicht gab Die Vereinten Nationen, die, wenn man so will, ein Völkerbund mit Zähnen sind, weil die USA dabei waren. Wir sehen den internationalen Währungsfonds, der die internationale Finanzlage stabilisieren soll. Wir sehen die Weltbank, die den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und später das Thema Entwicklungspolitik finanzieren soll. Wir sehen den GATT-Prozess, wo es um den Abbau von Handelshemmlissen geht, wo später dann die WTO gegründet wird.

Speaker 1:

Wir sehen große weitere internationale Organisationen im Bereich Sicherheit wie die NATO, die auftauchen, und natürlich auch im wirtschaftlichen Bereich die Europäische Union, zuerst als Montanunion, dann als Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und so weiter. Das heißt, wir sehen eine dramatische Institutionalisierung auf der internationalen Ebene und eine starke Verrechtlichung, auch zum Beispiel mit dem Internationalen Gerichtshof und so weiter und so fort. Und das ist etwas, was Neues nach dem Zweiten Weltkrieg. Das haben wir davor nicht gesehen. Davor waren es Großmächte, die untereinander ausgemacht haben, wie die Welt funktioniert und welche Regeln füreinander gelten, wenn es immer wieder Verletzungen gab und gerade auch die Führungsmacht, die USA, immer wieder ihre Regeln gebogen haben manchmal, aber es war grundsätzlich eine ganz andere Welt als vor dem Zweiten Weltkrieg.

Speaker 3:

Dazu also du hast ja jetzt sozusagen ein paar Punkte genannt mit den Institutionen, die relevant sind. Ich glaube, ein großes oder Freihandel und so weiter. ein großes Thema s Freihandel und so weiter. Ein großes Thema, soweit ich weiß, ist ja auch sowas wie Souveränität der Ländergrenzen und so weiter Und im Grunde Konfliktlösung durch Diplomatie. Aber kannst du ich meine klar, das kann man irgendwie als regelbasierte Weltordnung definieren, aber wie hat sich das denn ausgeprägt? Also, warum hat das funktioniert? Man könnte jetzt meckern und sagen, viele dieser Institutionen haben ja manchmal nicht funktioniert oder so. aber wieso ist das denn für uns jetzt so ein Ding, dass darüber so viel gesprochen wird?

Speaker 1:

Es hat deswegen funktioniert, weil die stärkste Nation der Welt sich doch meistens an diese Regeln auch gehalten hat und sie nicht überschritten hat und auch damit signalisiert hat, auch zum Beispiel gegenüber kleineren Ländern ihr seid auch Teil davon, und wir werden unsere Macht nicht, mindestens nicht immer ausnutzen sich auf diese Regeln zurückgezogen haben und vor allem, dass sie auch, wenn man so will, eine ganz klare, wenn man so will, ideologische Richtung hatten, dieser Rekurs auf Freiheit, demokratie und Menschenrechte, auch wenn man viel darüber streiten kann, ob das immer eingehalten wurde. Aber im Grundsatz war das auch immer die Basis, auf die man sich verständigen konnte. Und das ist jetzt, was jetzt anders ist. Diese stärkste Nation sagt jetzt das interessiert uns nicht mehr, und zwar nicht mal mehr als Lippenbekenntnis.

Speaker 3:

Der wichtige Teil wäre, glaube ich, nochmal besonders zu beziehen. Du sagst stärkste Nation. Jetzt könnte man natürlich Stärke in unterschiedlichen Kategorien definieren, nur wirtschaftliche Stärke und so weiter. Da kommt man und sagt na, EU und so weiter ist ja gar nicht so weit weg. Aber man muss, glaube ich, betonen, es geht um militärische Dominanz, die global einzigartig ist.

Speaker 1:

Nicht nur das Militär bringt dir gar nichts, wenn du nicht andere Länder hast, die freiwillig mit dir mitmachen.

Speaker 1:

Also sozusagen auch sowas wie die NATO und die Genau du hast deine Idee, dass die amerikanische Stärke der letzten 80 Jahre hat nicht auf dem eigenen Militär allein beruht. Das hätte nichts gemacht. Das haben sie in Vietnam gemerkt, das haben sie in Afghanistan auch später irgendwann gemerkt oder im Irak. Das heißt, militärische Stärke ist so der Stick, der manchmal Dinge bewegt, aber es ist nicht die Lösung. Die Lösung ist immer, dass du durch nicht nur die militärische, sondern auch die wirtschaftliche Macht, aber auch das diplomatische Geschick, das du hast, und auch die kulturelle Attraktivität, das zusammengenommen plus, dass die Leute dich irgendwie mögen, weil sie auch glauben wollen, dass du der Gute bist und dass man gerne bei dir ist, das alles hat amerikanische Macht aufgebaut. Und die USA sagen jetzt klar interessiert uns alles nicht mehr. Wir haben eine andere Ideologie, der wir jetzt folgen wollen.

Speaker 3:

Und natürlich eine gewisse Form von Währungshegemonie als eine sehr relevante Währung für lange Zeit.

Speaker 2:

Aber ja, ich glaube, das alles zusammen ist diese Supermacht. Hey Patrick, hier Patrick Breitenbach von 1789 Consulting. Sorry, dass ich diesen Podcast hier unterbreche, aber ich wollte nur sagen, wenn du diesen Podcast wirklich wirklich liebst, dann wirst du ganz sicher auf Spotify oder Apple Podcast eine 5-Sterne-Bewertung hinterlassen und das Ganze noch mit einem positiven Kommentar garnieren. Und wenn du dich dafür interessierst, was wir als Unternehmensberatung so machen, dann schau doch mal auf unserer Website vorbei, www.1789consultingde, oder spreche uns direkt bei LinkedIn an. Wir freuen uns, und jetzt geht es weiter mit den Erkenntnissen. Viel Spaß, ja, und ich würde noch einen ganz wichtigen Punkt hinzufügen, was sich ja auch dramatisch verändert hat. Wir dürfen ja nicht vergessen also die Institutionengründung ja absolut fein und richtig und super wichtig. Aber gleichzeitig ging ja relativ schnell die Übergangsphase in den Kalten Krieg, also sprich eine große Blockrivalität gegenüber der Sowjetunion, also mit.

Speaker 2:

Einer der Ziele der NATO war es auch, die Sowjetunion sozusagen draußen zu halten und sich als Schutzschirm zu positionieren. Das war also eine ganz klare Freund-Feind-Definition lange Zeit vorhanden, bis dann der eiserne Vorhang gefallen ist. Dann hatten wir Ende der Geschichte, all diese Sachen, und auch das hat sich ja jetzt komplett verändert. Man kann ja jetzt wirklich den Eindruck haben zum Teil, dass die USA gerade eine Sockenpuppe von Putin ist. So wirkt es zumindest an mancher Stelle.

Speaker 2:

Das heißt, wir haben auch lange Zeit davon profitiert, dass es eben in Form dieser Systemrivalität wir uns immer auf der richtigen Seite gewähnt haben an der Stelle, und gleichzeitig konnte so auch die USA immer wieder Völkerrecht brechen. Auch das gehört sozusagen zur Wahrheit, ja dazu, dass sie zwar diese Institution lange Zeit sehr gut mitgetragen haben, aber an vielen Stellen halt auch eben wiederum nicht. Also man denke an Kriegsverbrechergerichte in Den Haag und so weiter, was sie ja nicht mit ratifiziert haben. Also da, wo es sozusagen in ihre persönlichen Interessen, wo es da Kollidierung gab, da haben sie dann dem nicht zugestimmt, anderen Dingen dann schon wieder. Aber auch all das ist sozusagen ja jetzt erstmal über den Haufen geworfen.

Speaker 3:

Aber was mich jetzt interessieren würde vielleicht kannst du mir dabei Einordnung helfen, andré ist ja, das alles, was wir gerade gesagt haben, ist Teil der Geschichte, und Dinge sind passiert, und Dinge sind vielleicht zynisch erodiert oder nicht, aber warum ist es denn jetzt besonders? Also, was ist die? also ich hatte es ja gerade schon erwähnt Trump war ja schon mal an der Macht, und die Institutionen haben überlebt, die regelbasierte Weltordnung hat es getragen. Also, ich meine, er ist jetzt irgendwie, wie die Menschen jetzt in 100 Jahren hören, irgendwie fünf Wochen oder sechs Wochen jetzt an der Macht. Warum beobachten wir jetzt, dass es so signifikant ist an der Macht? Warum beobachten wir jetzt, dass es so signifikant ist, dass wir größere Ableitungen darüber treffen müssen, wie zum Beispiel, wie Unternehmensführung und Management aussieht?

Speaker 1:

Also vielleicht noch einmal ich glaube, wir machen uns keine Vorstellung, was es bedeutet, wenn die USA nicht mehr an unserer Seite stehen und wenn sie kein Interesse mehr haben an der Welt, die sie mal geschaffen haben. Und das ist eine Welt, die wir nicht kennen, seit 80 Jahren nicht. Und gerade wir Deutschen haben uns sehr gut eingerichtet in dieser Welt, auch weil wir die USA immer bewundert haben. Sie waren immer für Deutschland da. Das ist eine extrem persönliche, kulturelle, emotionale Bindung, die glaube ich gerade Deutschland noch mal eine ganz andere Kiste. Aber weil du gefragt hast, was ist denn jetzt anders?

Speaker 1:

Trump war ja schon mal an der Macht, als Trump das erste Mal 2016 gewählt wurde. Da waren alle überrascht, dass er gewählt wurde, er selber vielleicht auch Da war. Das Team, das er hatte, bestand hauptsächlich aus Establishment-Republikanern, die relativ klar verortet in dieser alten Welt waren. Die Leute, die Sicherheits Verteidigungs und Außenpolitik gemacht haben, das waren klassische Transatlantiker, letzten Endes felsenfest in den alten Strukturen von NATO und dem transatlantischen Bündnis verankert. Und ganz interessant war ja auch so, dass er die meisten dann irgendwann rausgeschmissen hat, weil sie ihm immer widersprochen haben.

Speaker 1:

Trump konnte nicht richtig so regieren, wie er wollte. Er wusste auch gar nicht, wie Regierung vielleicht funktioniert. Das heißt, er hat die ersten Monate oder die ersten ein, zwei Jahre auch damit verbracht, intern überhaupt zu verstehen, was er machen kann und was nicht. Und das war schon lange genug auch um. Das amerikanische Politische System war so stabil genug. Übrigens auch die Verwaltung, die Bundesebene, die Bundesbehörden, die er nicht angetastet hat in der Zeit, weil er auch nicht wusste, er hatte ja nicht die Leute, sie zu besetzen Und all das hat auch dazu geführt, dass er dann nach zwei Jahren auch die Midterm Elections, die Wahlen zwischen Präsidentschaftswahlen, auch verloren hat.

Speaker 1:

Und damit war es auch klar, das wird so nicht laufen, und das ist einfach eine ganz andere Welt gewesen damals. Das heißt, da konnte man auch als Europäer, als Deutscher sagen naja, da sind Erwachsene im Raum, so hat man es ja immer schön genannt, the adults in the room. Ja, und die werden das Schlimmste verhindern. Und dann warten wir mal. Die Amerikaner kommen immer zur Besinnung, dann wählen sie anders in den Midterms, und dann ist eigentlich die Kiste auch schon wieder vorbei, wir Ende des Tunnels. Jetzt ist es ganz anders.

Speaker 1:

Trump hat nie verwunden, dass er abgewählt wurde, 2020. Er hat vier Jahre lang von Revenge, von Rache und Vergeltung gesprochen, und er hat sich ganz gezielt mit entsprechenden Personen und Institutionen umgeben, die ihn vorbereitet haben und ihm geholfen haben, eine Regierungsagenda auszustellen, und ihr alle kennt das unter dem Namen Project 2025. Und das war ein ganz gezieltes Vorgehen, dass, wenn sie wieder die Macht haben, dann wird anders vorgegangen, dann wird viel strategischer Vorgang. In den vier Jahren zwischen 2020 und 2024 hat Trump die Republikanische Partei erstmal gesäubert.

Speaker 1:

Es gibt keine Gegner mehr. Er hat keine mehr. Es sind alles in der Wolle gefärbte Trump-Befürworter. Und er hat sich eben auch Kompetenzen geholt von Personen, die er dann befördern kann, auf zum Beispiel wichtige Ministerialposten, auf Bundesbehörden und so weiter und so fort. Und das Ziel ist zum Beispiel von Doge was ein lustiger Name ist, weil es sowohl eine Kryptowährung als auch den venezianischen Dogen beinhaltet.

Speaker 1:

Das ist ja kein Instrument für Effizienzsteigerung, das ist eine Effizienz, um die Behörden zu säubern, die alten Leute, die nicht loyal sind, raus und die neuen Loyalisten reinzunehmen. Das heißt, was Trump jetzt macht und die ganze Regierung so macht, ist, dass sie a ideologisch deutlich klarer sind und dass sie auch kohärenter und konsistenter in ihrer Ideologie sind, und zwar von oben bis unten. Und da bewegt sich etwas mit so einer großen Geschwindigkeit Und gerade so ein Auftritt wie von JD Vance zum Beispiel, der ja nicht an das Sicherheitspublikum in München adressiert war, sondern an zu Hause, nach dem Motto wir machen mager, jetzt auch mit unseren Verbündeten. Das zeigt, dass hier eben nicht die Sache vorbei sein wird, sondern wir sehen einen tiefgreifenden strukturellen Wandel, eine Neuausrichtung im Übrigen, der sich bis ins Militär jetzt auch hineinzieht, und deswegen geht es nicht weg.

Speaker 3:

Ja, also im Grunde nicht nur die Pläne, sondern alle Handlungen in den ersten Wochen, die stattgefunden haben, und nicht nur das Außenpolitische, sondern das Innenpolitische, was ja nur eine Institution aushöhlt, dass man sich überhaupt fragt, wie kann man die wieder instand setzen, bis hin zur Frage wirtschaftlicher Handlungen, die wahrscheinlich das Land zur Herausforderung bringen werden, stellt sich überhaupt die Frage, wohin das geht. Also eigentlich zusammenfassend kann man das, was du beschrieben hast, sagen geht. Also zusammenfassend kann man das, was du beschrieben hast sagen Trumps Inauguration, also dass er wieder an die Macht gekommen ist, kann man in eine Reihe setzen, wie 1945 ist die regelbasierte Weltordnung entstanden, 1990 der Fall der Mauer und im Grunde sozusagen das angenommene Ende der Geschichte, und 2025 das, was wir jetzt haben, kann man mal in eine Linie ziehen, plus es gibt noch das als Ergänzung, was ja auch nochmal super beunruhigend ist, sozusagen auch die geäußerten imperialen Träume, die er formuliert hat.

Speaker 2:

Also Stichwort Dänemark, grönland, also eher Grönland Kanada, mexiko, panama. Also es wäre ja das eine zu sagen hey, lass uns hier mal uns abschotten, und wir mischen uns gar nicht mehr militärisch ein, wir bauen militärisch ab. Nein, er kündigt ja gleichzeitig an, sozusagen Empire-Politik sozusagen zu forcieren, und er markiert Europa ja glasklar an mehreren Stellen als Feind. Also, wir hätten Europa nur erschaffen, um die USA zu schröpfen.

Speaker 1:

Jetzt muss Europa mal was zurückgeben, und das bedeutet sowohl Geld wie aber auch Territorium anscheinend Und ich glaube, damit ist abschließend auch Romans Frage beantwortet Ja, die Welt ist radikal anders, und das heißt aber auch jetzt wieder zurück auf das, was ich da gepostet habe dass wir diese politischen, geopolitischen Erwägungen auch irgendwie in ein Studium, das mich mit Wirtschaft befasst, reinbringen müssen, dass diejenigen, die später mal Verantwortung tragen sollen in Unternehmen, in anderen Organisationen, dass die das auch verstehen und da nicht ganz naiv an das Thema Politik herankommen, sondern das muss gleich eigentlich im Studium drin sein.

Speaker 3:

Ich würde, denn du hattest ja in deinem Post noch ein Wort hinzugefügt nicht nur, dass wir über das Geopolitische sprechen, aber wir haben ja gewisse Bewegungen, die unabhängig davon schon vorher stattgefunden haben, die gewisse Herausforderungen mit sich gebracht haben. Also, ich präferiere gerade auf den Begriff der Polykrise und streue ja noch mit eine technologische Entwicklung in künstliche Intelligenz, Auch da wieder Silicon Valley, nicht mehr die reinen Superstar-Innovatoren, sondern man bekommt da vielleicht jetzt auch ein bisschen. Ich habe mal gehört, dass die Klimakatastrophe nicht vorbei sei. Das scheint da immer noch ein Thema zu sein. Das heißt, wir haben das Geopolitische und die Dinge, die ja grundsätzlich alle auf dem Schirm lagen, und das alles liegt jetzt auf dem Tisch. Und jetzt wäre natürlich die große Frage ich meine, das hört sich ein bisschen nicht redundant an, als würde ich schon die Antwort vorher sagen wollen aber warum ist das relevant für das Managementstudium in den Wirtschaftswissenschaften? Warum müssen Menschen, die einen Bachelor oder Master machen, sich mit solchen Themen auseinandersetzen?

Speaker 1:

Warum müssen sie sich mit Marketing auseinandersetzen oder Finanzbuchhaltung? Das sind Grundfunktionen, damit das Unternehmen überhaupt funktioniert. Und wenn jetzt Politik so dominant geworden ist, und zwar eine ganz andere Form der Politik, als wir 80 Jahre lang irgendwie erlebt haben, vielleicht, dann muss das irgendwie drin sein, dass wir das verstehen. Was läuft da eigentlich Auch bei ganz banalen Sachen? welche Investitionsentscheidungen in welche Standorte wirst du in Zukunft treffen? Welchen Einfluss? Ich habe, glaube ich, noch einen weiteren Punkt zum Thema Supply Chain genannt Lieferkette. Wie muss die gestaltet werden? Auch die Frage müssen wir.

Speaker 1:

Zum Beispiel wir haben vorher ja kurz auch den Begriff Effizienz mal erwähnt müssen wir das Effizienzkonzept eigentlich grundlegend hinterfragen, weil es jetzt um Resilienz und Widerstandsfähigkeit eigentlich geht, auch als eine Managementkategorie, und was heißt es dann wieder Zum Beispiel auch für die Kostenkalkulation, weil du dann auf Resilienzkosten hocken bleiben musst und eben nicht effizient sein kannst, und das sind alles Dinge. Da muss man so eine Grundlage schaffen, dass klar ist warum ist das überhaupt so, und wie wird die Welt? Wir bilden ja in jedem Studium, auch in meinem BWL-Studium, nicht nur Leute für den Arbeitsmarkt aus, sondern wir bilden immer noch auch einigermaßen mündige und informierte StaatsbürgerInnen aus, die auch diese größeren Zusammenhänge in ihrem Beruf mitdenken können sollen, und ich glaube, das ist eine Aufgabe von Hochschulen, dann auch das entsprechend aufbereitet für das jeweilige Fach und die Themen dann aber auch reinbringen, damit wir auch im Denken weiterkommen.

Speaker 2:

Ich würde auch noch ergänzen wollen das ist ja nicht nur eine Frage jetzt von neuen Leuten, die ins Management kommen, sondern man müsste eigentlich komplett alle bestehenden Manager sozusagen auch durch eine Form von Weiterbildung schleusen. Also, das wird jetzt auch eine gigantische Aufgabe einfach sein, weil die, die gerade in Charge sind, haben die größte Verantwortung, und die, die später kommen, natürlich dann auch. Also, auch darüber gilt es sozusagen nachzudenken.

Speaker 1:

Ja, genau Das ist natürlich auch ein Punkt, das sage ich auch immer Man sollte die 20-Jährigen nicht vergessen, die du vor dir hast, aber es geht natürlich um die 40 bis 50-Jährigen, die jetzt schon in Entscheidungspositionen sind. Also gerade das Thema der Weiterbildung ist da auch nochmal so etwas, und auch da müssen Hochschulen entsprechende Angebote auch schaffen und in den Austausch mit der Praxis treten. Da müssen Sie es ja nicht alleine machen. Ja, ich meine, jede Wirtschaftsförderung, jede Industrie und Handelskammer, jedes Landeswirtschaftsministerium rotiert bei diesem Thema gerade im Moment. Also, da gibt es ja auch ganz viele Partnerorganisationen, mit denen man das anbieten kann. Aber ich glaube, wir müssen diese Debatte führen. Also, wirtschaft war nie eine neutrale Veranstaltung und BWL das Recht nicht, aber jetzt ist die Neutralität halt wirklich endgültig dahin Und auch die Unschuld, dass man ja nur versucht, dinge zu optimieren.

Speaker 3:

Aber was heißt das denn konkret? Also bedeutet das sowas, wie wir erklären, also machen ein bisschen mehr Politikkurse, und wir erklären internationale Beziehungen und so weiter jetzt in den Seminaren, sodass die Leute so ein grundsätzliches politisches Verständnis haben? Oder geht es auch auf eine Fähigkeitsebene Sowas, wie muss man neue Methodiken verstehen, neue Problemlösungskonzepte durchdringen, neue Personalmanagementprozesse, oder auf welcher Ebene prägt sich denn sowas auf solche Themen?

Speaker 1:

Also du brauchst sicherlich einfach mal Grundlageneinführung International Relations, und wie funktioniert Politik überhaupt? Das wissen viele Leute nicht, was ich immer wieder sehe, das wissen übrigens auch viele Managerinnen und Manager nicht, wie Politik funktioniert. Also insofern ist es, glaube ich, auch mal, um so eine gewisse Sprach und Denkfähigkeit herzustellen.

Speaker 3:

Ist das nicht, aber Deals machen. Aber ich dachte, das ist immer nur Deals machen?

Speaker 1:

Ja, genau so ungefähr, dass man das auf einer gewissen Flughöhe den Leuten auch erstmal beibringt, dass sie diese Kategorien verstehen. Was dann natürlich interessant ist, ist auch zu überlegen was heißt das für bestimmte Bereiche, zum Beispiel in Unternehmen, auch im Bereich ich habe vorher das Thema Lieferketten angesprochen welche Effekte hat es beim Thema Organisation und Management und Gestaltung von Lieferketten, wenn ich diese Sachen berücksichtigen muss? Das, wenn ich diese Sachen berücksichtigen muss, das heißt aber auch ich hatte ja einen Punkt so ein bisschen genannt Leadership beyond Crisis. Also nicht nur jetzt immer in diese Krisenbewältigung denken. Das ist zwar wichtig, aber es geht um das Thema Komplexität, und wie schaffen wir es überhaupt dann, Fähigkeiten zu erzeugen oder auch zu entwickeln, die den Leuten helfen, mit großen Unsicherheiten umzugehen, eben nicht, um sie zu lösen, weil die Unsicherheiten nicht weggehen?

Speaker 1:

Das hat viel, glaube ich, mit praktischen Erfahrungen zu tun. Da müssen wir auch wieder mit Leuten mehr ins Gespräch kommen, die in der Praxis sich mit Unsicherheit beschäftigen, vielleicht auch mal die Psychologinnen und Psychologen wieder mehr integrieren ins Studium Und da versuchen, auch hier eine Kompetenzvermittlung bei Leuten hinzubekommen. Also das ist für mich auch nochmal so. Eine Skills-Säule gehört dazu, aber wir brauchen auch erstmal so den Kanon in Anführungszeichen und dann so eine Skills-Säule, die diese Themen weiter setzt und zeigt. Da kann man auch was mit anfangen.

Speaker 2:

Dann lass uns doch mal tiefer in diese Punkte einsteigen. Sollen wir die Schritt für Schritt, oder soll ich sie einmal durch und dann?

Speaker 1:

gehen wir rein, wie du magst. ja, du kannst auch mal die Überschriften auch bestätigen.

Speaker 2:

Also, ich würde mal die Überschriften jetzt mal vorgeben, und dann können wir uns ja aussuchen, wo wir reintauchen. Das erste wäre Strategic Geopolitics for Business Leaders. Wirtschaft ist Geopolitik, das haben wir gerade schon gesagt. Supply Chain Resilience and Strategic Procurement. Just in Time ist tot. Ohne resiliente Lieferketten geht nichts mehr. Ethics in Business, technology and Society, ki, digitale Überwachung, wirtschaft als politisches Instrument Wo stehen Unternehmen denn? in die Büsche schlagen wie Meta und Google geht nicht mehr.

Speaker 2:

Security, climate, energy and New Business Models Nachhaltigkeit ist keine PR-Strategie, sondern eine Frage der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit. Security in Industries, defense, cyber and Space, cyber War, künstliche Intelligenz, militärische Dual-Use-Technologien, space Economy wo verlaufen die neuen wirtschaftlichen und geopolitischen Bruchlinien? Leadership Beyond Crisis Managing managing complexity in global teams. Führung heißt nicht nur Krisenbewältigung, sondern die Fähigkeit, in Unsicherheit zu navigieren und gleichzeitig interkulturell sensibel zu bleiben. Und der letzte Punkt beyond the triad, also die Triade global business in a New Multipolar World Fokusverschiebung jenseits der Triade. Usa, china, eu, indien, brasilien, afrika, asien und so weiter sind die Zukunft. So wo wollen wir tiefer reingehen? oder ist das sozusagen auch erstmal so vollständig? oder würdest du sagen, das war jetzt mal so der erste schnelle Wurf, und wahrscheinlich fehlen noch tausend Sachen?

Speaker 1:

Genau, es war jetzt erstmal so grundsätzlich so ein paar Dinge reingeschmissen, also man kann sie alle noch durcheinanderwirbeln, neu sortieren, aber das waren so Themen, wo ich sage, das muss irgendwie in einem Studium, vor allem, das sich mit internationalem Management befasst, irgendwo rein, weil das sind einfach ganz, ganz relevante Themen.

Speaker 3:

Absolut. Also ich meine, wenn man das jetzt durchgehen würde Supply Chain Resilience and Strategic Procurement wenn ich das sozusagen jetzt aus meiner Perspektive, aus meinen Projekten betrachte, ist natürlich das Thema Nearshoring. Also man merkt, dass man versucht, wieder mehr nach Deutschland zu ziehen oder mehr in freundliche so Friendshoring oder so. Es gibt ja diese ganz neuen Konzepte, die ja genau sich mit diesen Thematiken beschäftigen, wie wir die Lieferketten resilienter, näher und so weiter bringen. Das sind Konzepte, die ich im Studium nicht hatte, die auf jeden Fall heute relevanter sind, und das hat schon vor Jahren stattgefunden. Ich glaube, jetzt wird es noch heißer, und wir sehen ja auch, dass die EU sich immer mehr interessiert, dinge eher in die Europäische Union zu ziehen als woanders.

Speaker 1:

Also, was ich zu einem Punkt sagen will, und das geht auf das, was ich vorgesagt habe genauso wie das Politische so eine wichtige Kategorie ist, wird jetzt das Thema Resilienz so eine wichtige Kategorie, und das heißt aber wirklich nochmal, das buchstabiert sich wahrscheinlich ganz viel in diese Punkte, die ich da aufgeführt habe durch, dass Effizienz keine Primärkategorie des Wirtschaften mehr ist, sondern eine Sekundärkategorie, also etwas wie Pünktlichkeit, fleiß, also eine Sekundärtugend. Das macht man auch, und das ist gut. Aber primär fokussieren wir jetzt auf andere Dinge, und wir haben bislang immer das Thema Effizienz und Optimierung ganz nach vorne geschoben, letzten Endes, letzten Endes. Und jetzt heißt es nee, es gibt jetzt andere Dinge, die für die Überlebensfähigkeit der Organisation viel wichtiger sind, und Effizienz macht man auch, aber eher im Sinne von Fleiß, pünktlichkeit und sonstigen Sachen, aber nicht mehr als dieses Riesending, das über allem steht.

Speaker 3:

Optimierungslogiken zu ticken, weil das sich gut in Excel abbilden lässt. Aber wenn du jetzt eine Kategorie reinbringst wie Resilienz, bedeutet das ja sowas wie? also frage ich mich jetzt als Manager oder Führungsperson in einem Unternehmen heißt das, geht es nicht mehr ums Profit? Oder was ist mit der Profitabilität? Oder heißt es, ich muss jetzt der Profitabilität eine zweite Kennzahl daneben setzen, zu sagen naja, das Risiko ist aber dann super hoch, wenn das Ding jetzt in einem Land ist, wo wir nicht wissen, wie die geopolitische Lage sich verändert? Wie spielt sich das denn sozusagen dann im Managementalltag aus?

Speaker 1:

Nee, aber ich meine, die kennen wir alles. Wir kennen Opportunitätskosten von Entscheidungen, die man berücksichtigen muss, oder im Investitionsbereich Realoptionen. Also im Sinne, was könnte passieren, wenn wir das machen, und ist das jetzt eher ein positives, was da passiert, oder ein negatives? Das heißt, wir müssen da viel stärker in solchen Kategorien wieder denken. Ich meine, da werden sich vielleicht die Financers freuen, wenn sie endlich mal ihre ganzen Risikotheorien nachdenken können. Jeder muss das jetzt endlich mal verstehen, was sie da machen.

Speaker 1:

Aber ich glaube, das ist genau so eine Sache, die wir denken müssen. Es geht halt nicht mehr nur in der Sache, da ist Output, da ist Input, und wir wollen das Verhältnis optimieren, sondern wir sagen, das ist ein potenzieller Schaden für den Output, wenn ich das nicht mache, und was heißt das dann für meine Rechnung? Also, ich glaube, in solchen Kategorien müssen wir viel, viel stärker denken, als wir es letzten Endes gewohnt waren, und weil sie halt dynamisch sind und nicht mehr so den Jahr, wird es vielleicht manchmal mit Excel auch ein bisschen schwierig, aber ist ja eigentlich dazu zwingt, zumindest auf europäischer Ebene viel, viel stärker, als es vorher der Fall war, eigentlich zu kooperieren.

Speaker 2:

Deswegen ist ja sozusagen die politische spannende Frage wo geht es jetzt hin mit Europa? weil wir können uns sozusagen diese Kleinstaaterei vermutlich gar nicht mehr leisten, wie es so in der Vergangenheit war, Was aber wiederum bedeuten würde, man müsste so Formen von nationalem Wettbewerb innerhalb Europas oder EU oder welchen Rahmen man da auch immer setzen will. Wie würdet ihr das bewerten? Also ist das ein Ding zu sagen, man muss viel, viel stärker. Wenn wir jetzt all diese Ziele, die gesetzt sind oder im Raum schweben, erreichen will, brauchen wir auch eine andere Form des Miteinanderumgehens. Also, ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass wir so eine Zeit wie im Wahlkampf, wie wir jetzt in Deutschland haben, dass wir uns das auch weiterhin leisten können, wo quasi die Kohäsion innerhalb einer Gesellschaft dahin bröckelt, und wir gleichzeitig wissen für Verteidigungsdinge brauchen wir Koalition, brauchen wir Zusammenhalt, für Polykrisen brauchen wir Zusammenhalt und Zusammenarbeit. Wie schätzt ihr das ein, Weil ich das Gefühl habe, die Ideologie bis vor ein paar Wochen war noch ich, ich, ich Das Maximum für jeden selber rausholen Wettbewerb ist Nummer eins, Konkurrenz ist alles.

Speaker 1:

Also das Interessante ist ja, dass wir in der BWL seit Jahrzehnten über Begriffe wie Konkurrenz sprechen, dass du im Wettbewerb auch kooperatives Verhalten hast, dass du aber auch, wenn du kooperierst, trotzdem in manchen Bereichen auch wieder als Konkurrent auftauchst, also dass wir diese Gegenüberstellung gar nicht so hart eigentlich treffen in der konzeptionellen Ebene, in der rhetorischen wird es manchmal so extrem hochgesprochen, aber auf der konzeptionellen Ebene und auch in der Praxis vieler Unternehmen ist klar, dass man immer in Verhältnissen sind, die wettbewerblich, aber auch kooperativ sind, manchmal mehr in der einen, manchmal mehr in der anderen Richtung. aber das ist ja jetzt nicht zwingend ein neues Studium, würde ich mal jetzt sagen. Es ist eher etwas, was man in die Rhetorik auch wieder mehr reinbringen muss, was ich wichtig finde. Deswegen habe ich ja auch beim Thema Leadership und auch bei diesem Beyond the Triad Aspekt gedacht wir brauchen ja auch neue Kooperationen, also einmal aus geopolitischer Sicht. aber auch Unternehmen müssen sich neu orientieren.

Speaker 1:

Wenn wir jetzt sagen, naja, also USA, schwieriger Markt, china wissen wir auch nicht so ganz genau, wo sind denn dann die Märkte? Und da müssen wir natürlich einmal gucken, wer ist in der europäischen Nachbarschaft, wenn wir jetzt wieder so eine deutsche Brille aufziehen, aber auch natürlich wer ist denn jetzt zum Beispiel im Rahmen der G20?. Das sind Staaten, die interessant sind. Da fallen uns natürlich die Großen ein Indien, brasilien, auch Südafrika und Indonesien. no-transcript europäische Unternehmen Business machen. Wir haben mit dem quote-unquote globalen Süden meistens weniger im Studium gesprochen. aber so Länder wie Indien, indonesien, Brasilien, südafrika sind große Volkswirtschaften, zum Teil in extrem dynamischen Umfeldern. Wenn man zum Beispiel den gesamten afrikanischen Kontinent anschaut und da glaube ich, müssen wir so auch im Sturm sagen warte mal. so im Sinne von Regionalstudien oder Area Studies sagen wir, wir müssen uns um diese Weltregionen vielleicht wieder mehr kümmern und verstehen wie können wir mit denen eigentlich was machen?

Speaker 2:

Also Kooperation passend definitiv, weil es hat ja sozusagen jetzt Implikationen. Du hast ja gesagt, naja, wenn USA jetzt nicht mehr der verlässliche Partner ist, sondern vielleicht sogar ein Sicherheitsrisiko darstellt, was durchaus der Fall sein kann, und gleichzeitig wissen wir, die USA ist so eng verdrahtet mit Europa, mit Deutschland, also angefangen von wir haben das Militär schon in unserem Land stehen, das ist ja schon mal ein grundsätzliches Sicherheitsding. Aber das andere ist ja und das hast du ja auch angesprochen mit dem ganzen Thema IT. Wir sind ja sowas von dermaßen verwoben und abhängig von amerikanischer IT-Infrastruktur, wo für mich sich die Frage stellt, weil auch schon so die ersten Posts irgendwie rumgeistern, die so sehr oberflächlich sind, so was sind so europäische Alternativen zu?

Speaker 2:

also sowas wie Social Media, aber auch tatsächlich Cloud und so weiter mit seinen Auswirkungen. Also würdest du sagen, wir müssen da ganz dringend Alternativen nicht nur weiter voranbringen und entwickeln, um uns da rein zu begeben, oder können wir erst mal so eine Weile so weitermachen?

Speaker 1:

Also sagen wir so es gibt drei große Bereiche, wo man strategische Autonomie das Wort, was Emmanuel Macron seit vielen Jahren nutzt und keiner ihm irgendwie zugehört hat. Also es gibt drei Bereiche, wo strategische Autonomie wichtig ist. Der erste Bereich ist Verteidigung, das ist, glaube ich, jetzt alle verstanden. Der zweite Bereich ist Energie, und der dritte Bereich ist Technologie. Das sind entscheidende Bereiche, wo es um strategische Autonomie geht. Das heißt nicht, dass man alles immer selber macht, aber dass man, wenn man so will, ein bisschen ein Hedging und Leveraging macht, wo seine Risiken eigentlich liegen. Und beim Technologiethema finde ich es ja ganz interessant Wir dürfen auch nicht unterschätzen, was die Europäer alles eigentlich können. Da gibt es nämlich schon auch ganz schön viel letzten Endes.

Speaker 1:

Wir haben jetzt erstmal durch den Deep-Seek-Schock hat man schon vergessen vor ein paar Wochen festgestellt, dass bei KI der Bär noch nicht erlegt ist. Deswegen kann man das Femme noch gar nicht verteilen. Wir haben auch gesehen, dass mit den europäischen Aleph Alpha zum Beispiel in Deutschland oder Mistral natürlich auch Unternehmen dabei sind, die da ganz spannend sind, auch wenn die Funktionalität von der Chat noch nicht an JTPT rankommt. Aber es ist schneller und ist vor allem besser, wenn du nicht englische Texte versuchst zu machen. Wir sehen im Bereich Energie, dass die Europäer eigentlich in vielen Bereichen, was erneuerbare angeht, was Batterietechnologien angeht, was Smart-Energiesysteme angeht, relativ weit vorne sind, also eigentlich sogar Weltmarkt führen in vielen Bereichen. Und wir haben jetzt vor kurzem ja, wo es das Starling-Thema rumging, schaltet Musk jetzt die Satelliten ab.

Speaker 1:

Wir haben gesagt naja, heute, die Franzosen können eigentlich genau dasselbe irgendwie Also nicht, dass wir jetzt einfach das alles so switchen können, und morgen ist das alles weg, aber das läuft schon. Und im Bereich Internet-Technologien oder generell Digital-Technologien man darf nicht unterschätzen, alle Innovationen, was das Open Web angeht, der letzten 15 Jahre sind europäischer Natur, die Deutschen und die Franzosen vor allem. Da sind die Amerikaner schon lange raus, da ist auch Mozilla schon lange raus. Das ist alles bei uns gemacht. Und wenn wir jetzt diese Stärken, die man da hat, zusammenbringt im Technologiebereich und vielleicht überlegt, welchen Transfer aus den klassischen Industrien, die bei uns stark sind, und in die klassischen Industrien kann es denn geben, dann glaube ich, haben wir da schon so einen neuen digital-industriellen Nexus im entstehenden Europa, der uns vielleicht jetzt nicht morgen, aber in den nächsten drei, vier, fünf Jahren durchaus eben in Richtung strategische Autonomie bringt. Da bin ich eher wieder hoffnungsvoll, weil jetzt muss man es machen, und dann laufen die Dinge auch.

Speaker 2:

Das wäre ja quasi so. Das große Stichwort Fahrtabhängigkeit. Also wir haben jetzt lange Zeit eine Fahrtabhängigkeit in dieser Richtung gehabt, und jetzt gilt es sozusagen neue Pflöcke einzuschlagen, was nicht von heute auf morgen geht, aber man wird sehen, dass wir wahrscheinlich neue Pfade in der Richtung beschreiten werden müssen. Und das ist ja alles sehr relativ träge, aber wenn das mal sozusagen auf einem Pfad ist, dann gibt es auch erst mal kein Zurück so schnell. Aber wenn das mal sozusagen auf einem Pfad ist, dann gibt es auch erst mal kein Zurück so schnell. Und von daher ist das ja, um auch da nochmal die Drastik klar zu machen, was hier wirklich verschoben wurde. Also, es sind hier richtig große Pfade infrage gestellt.

Speaker 2:

Apropos große Pfade, was da noch drunter liegt, was ich mich frage du hast ja vorhin auch den Begriff der Ideologie genannt, die dazu geführt hat, dass wir gerade diese Krise haben, nämlich die Ideologie bei MAGA und bei Trump und so weiter. Für wie wichtig findest du denn die Formulierung einer klaren europäischen Ideologie? Also wie sollte diese aussehen, um dem was entgegenzusetzen? Weil wir haben ja ähnliche Risiken gerade in diversen Ländern in Europa, die auf dem ähnlichen ideologischen Magerpfad letztlich sind.

Speaker 3:

Aber es gibt ja eine europäische Ideologie. Sie basiert auf den humanistischen Werten, die mindestens von Kant und so kommen.

Speaker 2:

Genau, aber dahin geht ja meine Frage. Also brauchen wir wieder mehr davon? Wir haben sie ja schon. Ja. Ja, aber sie wurde auch zunehmendend ähnlich wie in den USA. Die USA hatte die auch.

Speaker 3:

Ja, usa ist nicht ganz auf den sehr eher unitaristisch in ihrem Moralverständnis. Ja, das ist richtig.

Speaker 2:

Nichtsdestotrotz will ich damit sagen aber auch diese Werte werden ja in den letzten Jahren zumindest rhetorisch massiv auch in Frage gestellt und zu Diskussionen geführt, und deswegen ist so die Frage brauchen wir diesen ideologischen Unterbau, um jetzt auch diesen großen Wurf vernünftig hinzubekommen?

Speaker 3:

Also um die große Frage zu stellen das ist tatsächlich eine Sache, die man sich schon hinterfragen muss ist, wenn man über ein BWL oder Managementstudium nachdenkt, ist ja, dass genau diese Themen Ideengeschichte oder also keine Ahnung, da gibt es ja bei manchen Studiengängen Humanities. Also man macht wirklich so Grundlagenphilosophie und so weiter. Diese Dinge werden ja heute in vielen also Menschenstudien gar nicht mehr statt.

Speaker 1:

Also vielleicht nur nebenbei mal kurz sehen, was du, humann, gerade gesagt hast. In einem Bachelor, den ich vor vier Jahren akkreditiert habe, im BWL-Bereich haben wir ein Modul Theorien und Methoden der BWL, und da geht es eigentlich um Geschichte. Auch Das erste Drittel. Das irritiert dann die Studierenden immer, aber das erste Drittel ist doch mal die Geschichte der BWL, und was sind so die großen Ideen, die dieses Fach eigentlich anget, die extrem nah an der Gesellschaft und an der Politik des Fach immer gewesen ist und diese Themen aufgegriffen hat? Ich glaube, das ist das eine, was man auch wieder mehr reinbringen muss, dass bei jedem Fach auch so ein bisschen die Gremiengeschichte klarer wird.

Speaker 2:

Wobei ihr da eine Ausnahme schon darstellt, würde ich sagen oder Ich weiß, viele machen das nicht mehr.

Speaker 1:

Früher war es auch normal, zum Beispiel, wenn du ein VWL-Studium hast, dass es eine Dogmengeschichte der Wirtschaftswissenschaften gab. Das hast du irgendwie machen müssen, und das hat man dann irgendwie auch abgeschafft. Aber das braucht es natürlich. Das ist die eine Sache.

Speaker 3:

Die andere Sache ist das Thema Ideologie. Eine Sache, die du gesagt hast, aber ich glaube, es braucht mehr Betonung, ist das mit der Ideengeschichte. Und jetzt klar könnte eine hörende Person sagen, ja, ist ja ganz nett, dann hat man halt ein bisschen Geschichte und so weiter. Warum ist so ein Kurs wichtig? Ich glaube, wenn man sich mit der Ideengeschichte auseinandersetzt, dann versteht man die Ideen, die heute ja einen prägen, Und man versteht, dass Ideen sich wandeln, und dann ist man ja viel mehr dafür wachsam zu verstehen, wenn Sachen in Bewegung sind. Also wir reden gerade über einen tektonischen Wandel der Welt, und zu verstehen, auf welchen Ideen die Methoden und Handlungen, die wir führen, beruhen, macht uns ja damit viel gestaltungsfähiger, um zu verstehen, was ist jetzt notwendig. Deswegen glaube ich, ist Ideengeschichte so unglaublich wichtig, dass man nicht irgendwie drei Methoden lernt, und dann denkt man so ja, das ist sozusagen die Methode, mit der ich dann irgendwann in den Grab gehe.

Speaker 1:

Drei Methoden lernt, und dann denkt man so ja, das ist sozusagen die Methode, mit der ich dann irgendwann in den Grab gehe. Also spricht natürlich vielleicht da noch eine Bemerkung. Dann möchte ich zum Ideologie-Thema zurück. Es spricht natürlich dafür, dass wir viel historisierender in solchen Fächern vorgehen, um eben genau zu verhindern, dass die Studierenden denken oh, das ist jetzt die universelle Weisheit, die jetzt immer gilt, und die Five Forces von Porter sind halt deswegen so, weil der halt einen industriekonomischen Hintergrund hat, und die Industrieökonomik hat ganz bestimmte Annahmen, die historisch bedingt sind, weil sie sich halt in den 40er 60ern gebildet hat auf einem ganz bestimmten Ideengrundsatz, und das muss man immer wieder klar machen, dass diese Dinge aus einer bestimmten Zeit alle kommen, in einem bestimmten Kontext aufgebaut sind. Da waren die Ideen dominant, und wenn sich die Welt ändert, muss man überlegen, modellen macht. Also das, glaube ich, sollte immer in der Zwischenzeit auch nochmal reingehören.

Speaker 1:

Die andere Sache mit der Ideologie ich glaube in der Tat, wir haben natürlich eine, das ist Freiheit, demokratie, menschenrechte fürs Rechtsstaatlichkeit. Das ist für mich eigentlich eine ganz klare Aussage. Ich würde jetzt auch gar nicht einen European Way of Life definieren wollen. Bringt nichts, wenn die EU auf einmal auch so nationale Ideen nach vorne bringt. Ich glaube, diese Grundidee, dass es gewisse universelle Elemente gibt, die die Leute gut finden und die sie anleiten. Ich glaube, dann sollten wir uns auch die konzentrieren, die wir eh schon haben. Nur müssen wir zurzeit klar sein und das ist, glaube ich, wirklich der seismische Schiff dass wir hier nicht mehr kohärent und deckungsgleich mit den USA sind, und das ist wirklich eben dieser World Shattering Event, der da passiert ist.

Speaker 1:

Wir haben ideologisch auf einmal sind wir abgebogen voneinander, und die Frage ist kommen wir wieder zusammen? Und selbst wenn wir wieder zusammen kommen das wissen wir alle muss es nie wieder so sein. Also, das ist genau dieser seismische Schock, den wir jetzt irgendwie verarbeiten, und vielleicht manche haben ihn schon verarbeitet, andere trauern der alten Welt noch nach. Aber ich glaube, das war der Punkt. Also deswegen wir brauchen keine neue Ideologie, die haben wir schon.

Speaker 1:

Wir müssen nur auch in eins aufpassen Die ideologische Auseinandersetzung, die hatten wir im Kalten Krieg ganz lange, die mobilisiert natürlich auch ganz stark, aber sie also, das ist schon hart letzten Endes, und wir werden uns auch vielleicht, und wir werden uns auch das spreche ich jetzt vielleicht eher aus einer politischen Perspektive Europa wird sich natürlich auch mit Verbündeten dann zusammentun müssen, die nicht alle ideologischen Elemente vielleicht, und kriegen wir eine neue Familie hin. Ich glaube, das wird schwierig, aber nichtsdestotrotz vielleicht wieder zurück zum Studium. Wir müssen über solche Themen deswegen habe ich so ein Ethik-Thema auch reingenommen auch nachdenken, sei es jetzt, was Technologie angeht, was Gesellschaft angeht, weil ich meine, unternehmen können auch nicht so tun, als ob sie ganz neutral Wirtschaft machen. Das ist Niederfallt, und ich glaube, das muss man auch nochmal sehr deutlich machen in dieser heutigen Zeit.

Speaker 3:

Ich frage mich gerade also das ist eher so ein Gedanken, ich weiß nicht, ob der kohärent ist inwieweit das ein Thema ist. Ich stelle mir halt gerade vor, in den USA du hast diesen riesen Divide und Politik, was ja vielleicht wir früher so mehr getan haben, als wäre es eher das Private, bekommt ja auch immer mehr Raum im Öffentlichen, und es ist auch sehr trennend sozusagen, und das hat ja für Unternehmen riesen Implikationen. Also in den USA in einer Firma mit Menschengruppen, die vielleicht sich unterschiedlich sehen, aber ja auch wahrscheinlich in Deutschland, wenn man sich zum Beispiel Wahlergebnisse anguckt in Thüringen oder so versus hier in Hessen Das ist ja auch nochmal eine Fragestellung wie überhaupt Managementunternehmen mit. also wir sind ja große Menschengruppen, da kann man ja nicht einfach sagen, da marginalisiert man die drei AfD-Leute.

Speaker 1:

Ja, nee, nee. Das ist übrigens kurz mit einem Gewerkschafter gesprochen, der genau dieses Thema sagt Na ja, wenn ein Teil der Belegschaft halt AfD wählt und die jetzt zum Beispiel IG Metalla, dann eine klare Anti-AfD-Haltung und lädt die nie ein, du musst ja trotzdem irgendwie dann mit der Belegschaft in irgendeiner Form umgehen. Also das ist tatsächlich nicht trivial. Aber ein Punkt da Wirtschaft war ja immer, also vor allem Großunternehmen waren immer auch große Melting Pots, wo du diese verschiedenen Leute auch kennenlernen konntest. So etwas gibt es fast nicht mehr, weil die Leute jetzt alle in dienstleistenden Bereichen sind, kleinteiliger arbeiten und die Leute nicht mehr kennen hast.

Speaker 1:

Ja, in Stuttgart oder Türkheim, dann hast du natürlich den Ali und den Kostas, aber auch den Herrn Müller gehabt, und die sind alle irgendwie meistens Männer. Also die sind aber alle irgendwie zusammen. Ja, das heißt, du hast dich mit ganz unterschiedlichen Bildungsbiografien, herkunftsbiografien, sonstigen Sachen auseinandersetzen müssen. Im Unternehmen ja, du hast sie alle kennengelernt, und natürlich Betriebsrat, auseinandersetzung mit der Führung, und dann hat man sich aber trotzdem auf irgendwas geeinigt. Das heißt, da wurde ja schon auch Zusammenleben und Demokratie ein Stück weitchaft. Also kann man das nicht auch wieder ein bisschen versuchen, da rein zu bringen, weil wir können jetzt nicht nebeneinander herleben, auch nicht in einer Organisation, dann funktioniert die Organisation nicht.

Speaker 3:

Das ist auch immer irgendwie auch so ein vorpolitischer Raum, wo solche Begegnungsorte überhaupt sind, und so eine Funktion hat ein Unternehmen auch. Und jetzt könnte man natürlich die kritische Frage stellen ich bin ja eh nicht der größte Befürworter, dieser gesamte Trend zum Homeoffice und virtuelles Arbeiten und so weiter, das hat natürlich auch wieder so eine Auswirkung, weil ich ja immer weniger diese Berührungspunkte habe an diesen Stellen. Also ich glaube, haben ja Organisationen zumindest in der Vergangenheit diese Funktion auch miterfüllt.

Speaker 1:

Ja, wobei natürlich die Leute, die im Homeoffice sind, meistens eh in sehr homogenen Gruppen auch unterwegs sind. also soziologisch gesehen, die Leute, die im Shopfloor arbeiten, werden nichts von zu Hause aus machen. Ich meine also, für mich ist eher die Frage wie kann ein Unternehmen sowas wieder integrieren? Das hat für mich nicht so sehr was mit Präsenz oder Nichtpräsenz zu tun, sondern eher hast du schon eine Mischung von Leuten, dass es sich lohnt, dass die mal miteinander was zu tun haben, oder sind es eh immer dieselben Leute, sodass die auch gar nicht mehr miteinander zusammenbleiben müssen?

Speaker 3:

Ja, absolut. Ich meine, jetzt, abgesehen von der Arbeitsdiversität hast du natürlich immer noch in einem Büro mit 100 Leuten politische Diversität, und ich glaube, diese politische Auseinandersetzung und diese Diskurse sind ja prinzipiell auch nicht unsinnvoll. Aber ansonsten klar, du hast es ja schon berichtet wir haben Personalvermittlungslogiken, starke Differenzierung von Wertschöpfungsketten und auch immer weniger Industriearbeit in Deutschland, was ja im Grunde diese Bürokratie auch immer flacher macht.

Speaker 1:

Genau deswegen muss man auch gucken, dass man Unternehmen natürlich nicht überlastet. Es ist auch, glaube ich, interessanter hier wie kann man als Gesellschaft diese Treffpunkte in Anführungszeichen wieder schaffen? Wir wissen auch, wenn wir jetzt das Thema sobald du mal mit diversen Umfeldern konfrontiert bist, verändern sich deine Wahrnehmung auch natürlich stark. Aber das ist ja vielleicht jetzt nicht etwas, was Unternehmen immer auch direkt machen können, je nachdem, was du von Unternehmen bist.

Speaker 3:

Aber was Unternehmen oft machen und ich weiß, dass es manche von den Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, ein Thema ist ist ja Aktivismus, also Corporate Activism sozusagen, und ich weiß, dass es für viele Unternehmen super schwierig ist, also der klassische Ansatz was war das? Milton Friedman, die sollen Profit machen, und das ist sozusagen ihr Activism und deren Beitrag. Wir haben ja dann erlebt sehr viel mit Black Lives Matter und LGBTQ und so weiter, dass dann Unternehmen Position bezogen haben. Es gab Backlash oder nicht. Aber ich glaube auch, dass in vielen Unternehmen das eine Frage für sie ist Was bedeutet das? Sollten wir das tun? Ich meine, zumindest ist es eine Unsicherheit in vielen Unternehmen, die ungeklärt ist.

Speaker 1:

Ja, ich meine, das haben sie ja sowieso immer gemacht. Aktivismus Ja, meistens als Lobbyismus.

Speaker 3:

Ich meine, die haben immer.

Speaker 1:

Politik gemacht. Insofern ist das nichts Neues. Und man muss natürlich auch wieder schauen. Zum einen ich tue mich da auch ein bisschen schwer, weil häufig wird es dann entweder es gibt so eine Abteilung in einem Großunternehmen, die sich halt um so Politikthemen kümmert, dann hast du wieder so eine Bürokratisierung des Ganzen, oder du hast so Mittelständler, wo dann halt die Geschäftsführung total begeistert ist, wie jetzt zum Beispiel Antje von Demitz bei VAUDE und die sich dann auch exponiert für so etwas, ja sehr stark in den Bereich Nachhaltigkeit reingeht. aber du kannst nicht immer auf diese heroischen EinzeltäterInnen quasi dann abhalten. Also, ich glaube, es ist eher so, mir wäre es wichtig, wenn wir jetzt ins Studium zurückdenken, dass wir das Thema Politik und nicht Neutralität, weil es ist nun mal so, du kannst nicht neutral sein heutzutage dass wir das auch irgendwie thematisieren, ja, also nicht die Leute jetzt zum Aktivisten ausbilden, zwingend aber klären hey, das ist etwas, wo wir drüber nachdenken müssen. Das müsst ihr verstehen können?

Speaker 3:

Wie guckst du denn auf den? es gibt ja diesen bekannten Philosophen Markus Gabriel, der ja so ein Konzept erarbeitet hat, chief Philosophy Officer, der im Grunde sein Ding ist, philosophie-studenten ausbilden, die dann sozusagen moralische Fragestellungen für die Unternehmen bearbeiten und Entscheidungsautorität haben. und im Grunde, weil er sagt, da drin steckt ein riesen Business Case. Hast du schon mal was von diesem Konzept gehört?

Speaker 1:

Ja, also, das ist natürlich wobei das sagt man natürlich wieder so ethischer Kapitalismus.

Speaker 3:

Patrick ist ein riesen Fan, habe ich gehört.

Speaker 1:

Also, es ist nicht jetzt verkehrt, wenn jetzt ManagerInnen sich mit Ethik auskennen, ganz im Gegenteil, dafür spreche ich ja auch. Ob es einen Chief Philosophy Officer gibt, braucht, dafür weiß ich nicht. Ich glaube, mir wäre es erstmal lieber, wenn alle das verstehen können, um was es da geht. Was mir wichtiger wäre, ist, dass quasi ethische Entscheidungskriterien Teil des Management-Kalküls einfach sind. Wie ich vorher meinte, dass wir nicht mehr Effizienz nur als erstes stellen können, sondern wir müssen andere Themen auch denken, so gehört Ethik für mich auch dazu, weil wir manchmal eben auch ethische Entscheidungen im Unternehmen treffen müssen, weil die ökonomische Denke uns nicht weiterhilft bei manchen Entscheidungen, und das ist eher so die Kompetenzsteigerung. Ob da ein Chief Philosophy Officer hilft, weiß ich nicht, ist auch nur wieder, was für große Unternehmen, die das dann sagen guck mal, wir haben doch einen.

Speaker 3:

Das, was du hier beschreibst, ist ja wirklich Grundausbildung, aber in dem Sinne nicht nur so. also ich hatte auch in der Uni mal einen Kurs Wirtschaftsethik, und da haben wir Kulturkonzepte nach Hofstädte gemacht, dass die Japaner sich so verhalten und die anderen so. Ich kann mich nicht mehr so richtig drüber erinnern, ich weiß nur, es war interessant. Aber ich meine, es ist ja wirklich, dass man Handlung, methoden, praxis versteht und das beurteilen kann. Ich glaube, das ist super notwendig. Eigentlich müsste es wie die Sprache sein, aber gleichzeitig findet das in der Ausbildung natürlich heute gar nicht statt. Das ist so gar keine Relevanz, obwohl ich glaube, wir alle BWL-Studiengänge in Deutschland haben. irgendwelche CSutung davon ist super wichtig. Also, natürlich ist im Studium das nicht so relevant, weil es wahrscheinlich oft so ist, dass bisher auch der Arbeitgeber sich nicht großartig dafür interessiert hat. Aber wenn wir ja die Diskussion führen, wie wir sie ja gerade führen, die globale Veränderung beobachten und gegebenenfalls auch sehen, dass sich ja Dinge auch vielleicht in Europa moralisch und vielleicht auch ideologisch festigen, wären das ja super relevante Kategorien.

Speaker 1:

Vielleicht ist ja auch so, dass die Arbeitgeber das schon nachfragen. Das ist genau wie beim Thema Nachhaltigkeit Jeder will, dass du Nachhaltigkeits-Experten bist. Irgendwie Nur verstehen häufig Studierende nicht, dass das Trade im Unternehmen wichtig ist. Und mir wäre es dann auch manchmal hilfreich, wenn Unternehmen selber sagen hey, das sind also Ethik, nachhaltigkeit, diese großen Themen, die sind echt wichtig, dass man das auch viel offensiver sagt, sodass Studierende oder Studienanfänger die dann denken was mache ich denn jetzt? Und du hast dann einen coolen Studiengang, wo diese Themen drinstehen, und dann denkt der aber lieber doch Finance und Marketing, das ist was Solides. Ich glaube, da müssen sich Unternehmen auch klar positionieren und sagen das sind auch Kompetenzen, die nachgefragt werden, die den Unterschied machen.

Speaker 3:

Siehst du denn eine Veränderung in den Studierenden, was ihre Bedarf, was sie so machen wollen? Ich hatte mal vor langer Zeit einen Podcast gehabt mit Adrian Daub, und der ist in Stanford Professor für Germanistik, und Teil dessen MBA-Programm hat er wohl auch einen Kurs. Der geht so um Humanities, da macht er mit denen Kant und so weiter, und das ist jetzt schon ein paar Jahre her, wo er darüber gesprochen hat, dass er beobachtet, dass die Studierenden jetzt anfangen, auch andere Fragen zu stellen, dass sie mehr auch sozusagen nicht mehr die Unternehmen als glorifizierend sehen, sondern was sind unsere Rechte, was sind unsere Verantwortung? was sind unsere Rechte, was sind unsere Verantwortung, welche Möglichkeiten haben wir und was ist gut und schlecht, also auch ethische Kategorien mehr hinterfragen. Beobachtest du in Deutschland Ähnliches mit Studierenden, oder wo sind die jungen Menschen heute?

Speaker 1:

Ich bin ja alt, also sagen wir mal, das kann man schwer jetzt verallgemeinern. Was ich natürlich sehe, ist, in den letzten anderthalb, zwei Jahren, wo jetzt die Wirtschaft die Situation drüber war, haben die Leute jetzt nichts mehr mit Nachhaltigkeit studiert, sondern eher wieder was mit Finance, wie sie wahrscheinlich gedacht haben. Da hast du danach einen Job immerhin. Ich will sagen also, man darf nicht unterschätzen, wenn junge Leute studieren heutzutage, dann überlegen sie natürlich auch, was habe ich danach für Chancen, dann vielleicht auch Geld zu verdienen.

Speaker 1:

Das heißt, deswegen habe ich vorhin gemeint, wenn die Unternehmen nicht klar machen, das sind Fähigkeiten, die wir brauchen von euch später, dann werden vor allem in wirtschaftlich angespannten Situationen Studierende gerade im BWL-Bereich eher wieder in der Form klassisch was machen oder so ein allgemeines BWL-Studium lieber, um sich alles offen zu halten irgendwo. Das heißt nicht, dass die Studierenden nicht dann an diesen großen Fragen interessiert sind, weil sie das sehr umtreibt, wie die Welt ausschaut. Aber ich glaube, bei der Entscheidung für ein Studium darf man nicht unterschätzen, das ist eine große Investition an Zeit und auch an Geld. Die Leute wollen auch dann ein Gefühl haben, dass sie danach vielleicht einen Job haben können.

Speaker 3:

Ich meine, ich habe dich ja bisher immer so ein bisschen kennengelernt. Ich würde dich mal bezeichnen, als du ein optimistischer Kritiker oder kritischer Optimist, also so eine Mischung. Ich glaube schon, dass du die Dinge kritisch beäugst und sie auch die Probleme benennst, aber ich glaube schon so eine positive Perspektive zeichnest. Du hast ja diesen Post gemacht. Du hast ja gesagt, dinge, die heute notwendig sind, kategorien, die man überdenken muss. Wo siehst du denn sozusagen die Zunft der Managementausbildung? Denkst du, das ist ein Weg, den sie einschreiten? Ist die Wahrnehmung da, dass das relevante Themen sind?

Speaker 1:

Also, ich denke schon, und das ist auch gar keine neue Debatte Wir hatten vor zehn Jahren schon, wo ich noch an der Karlsruher Schule war, auch die Debatte also internationales Management, müsste man nicht eher internationales Management und internationales Politik? also müsste es nicht immer nur in Kombination auftauchen? Und wir haben jetzt an meiner neuen Hochschule, an der ISM, ja auch bald wieder eine schöne Reakreditierung ihrer Studiengänge an, darunter auch der Master in International Management. und die Frage hier es wird auch sein ja gut, das ist eine Marke, also wird man vielleicht den Titel nicht so gern verändern. aber tatsächlich, was sind die Inhalte? Also, diese Diskussionen, die führt man schon seit geraumer Zeit, und, was ich auch sehe, also Hochschulen reagieren ja dann auch. Es ist ja nicht so, dass man dann irgendwie 20 Jahre denselben Kram macht. Gerade ich bin ja in einer privaten Notschule, gerade da ist dann die Veränderungsgeschwindigkeit auch bei Inhalten manchmal sehr hoch, und ich glaube, die nächsten zwei, drei Jahre werden da wieder sehr wichtig sein was an den deutschen Hochschulen passiert und welchen Schwerpunkt sie sich dann auch geben in den Bereichen.

Speaker 2:

Was mir noch auffällt, ist Management könnte man ja nicht nur auf Unternehmen beziehen, sondern auch beispielsweise Verwaltung, also öffentlicher Sektor, und ich glaube, das wird ein Feld, was sowieso nochmal einer gesonderten Betrachtung erfordert, weil wir ja gleichzeitig auch in den USA sehen, wie das gerade radikal sozusagen rasiert wird mit der Kettensäge und echten Kollaps erzeugen könnte dort vor Ort. Und wir wissen immer noch nicht genau, was ist sozusagen eigentlich der Plan? Will man da so einen Privatstaat draus machen und sozusagen all die Lücken, die man jetzt absichtlich eröffnet, dann mit privaten Firmen wieder schließen, um da nochmal ein paar Extradollar zu verdienen? Oder was ist da so der Plan, der da steckt, oder das, was du eben gesagt hast? wir tauschen dann am Ende sozusagen loyale Leute.

Speaker 2:

Aber im Moment ist es ja in einer Geschwindigkeit, wobei glaube ich, sogar gestern Donald Trump gesagt hat, elon Musk soll sich mal ein bisschen mäßigen und eher das Skalpell rausholen, weil es offenbar schon an ihn herangetragen wird, dass das einfach komplett übertreibt in Geschwindigkeit und Drastik. Aber nichtsdestotrotz ist ja eine Überlegung dahinter. Du hast ja auch Project 2025 genannt, das heißt, all diese Themen, die du formuliert hast, die würden doch eigentlich auch für das ganze Thema Verwaltung letztlich gelten, weil auch sie müssen ja mit ähnlichen Dingen jetzt Entscheidungen treffen, koordinieren, risiken bewerten. Also wie ist dahingehend so dein Blick darauf? Mit der Zusatzfrage muss es vielleicht weil das war immer mein Gefühl, zumindest auf rhetorischer Ebene, dass es immer so auch nochmal einen zusätzlichen Antagonismus gab zwischen Wirtschaft und Verwaltung oder Wirtschaft und öffentlichem Sektor Müssen wir auch das vielleicht neu bewerten an der Stelle no-transcript.

Speaker 1:

Das tun wir an der ISM nicht, wir sind im Bereich Unternehmen unterwegs, aber das ist ja sicherlich auch noch etwas. Auch hier gilt natürlich Thema Weiterbildung. Ich glaube, es ist auch ganz entscheidend, wie kriegst du denn das in die Verwaltungen jetzt rein, wo die 40-, 50-, 60-jährigen drin sind, dass die sich verändern, auch letzten Endes? Es gibt ja da von der DHBW in Baden-Württemberg diese Intersectoral School of Governance nennt sich die die ISOC, und die sich genau damit beschäftigt, so Weiterbildungsprogramme für ManagerInnen aus Wirtschaft, politik und Zivilgesellschaft quasi reinzubringen. Es sind aber primär Leute aus der Verwaltung drin, ein paar NGOs, und vielleicht wird sich mal ein Unternehmer rein. Ich habe da mal Lehre gemacht, aber das sind natürlich genau auch so Sachen, die auch nochmal wichtig sind. Wie kriegen wir auch diese Sprech und Kooperationsfähigkeit zwischen diesen drei Sektoren eigentlich auch in Zukunft besser im Studium abgebildet?

Speaker 2:

Und eine Frage habe ich noch zu diesem ganzen Feld no-transcript, das zu beschreiben, wie man sozusagen in der Vergangenheit aber was ist dann auch im Gegensatz dazu das Neue? Also, wie macht man das? Hast du da schon Ideen, oder sagst du einfach nur wir müssen darüber sprechen?

Speaker 1:

Das habe ich jetzt erstmal rausgehauen, weil ich einfach auch die Diskussion offen führen würde. Ich meine, es gibt natürlich immer Formate, weißt du, wo du so wir nennen das bei uns Consulting Project wo du dann so quasi Klienten in Anführungszeichen aus der Praxis hast, unternehmen, die dann an Studierenden was vergeben, oder müssen sie irgendwie ein Problem lösen, mit den Klienten umgehen? da lernt man schon ganz schön viel, wo man Studierende auch mit großer Komplexität konfrontiert, schon wichtig sind. Damals an der Zeppelin-Universität hat man das so ein bisschen Lernen durch Überforderung genannt. Also, die Leute müssen einfach sich auch freischwimmen, lernen, manchmal bei so Sachen, ohne dass man ihnen die ganze Zeit sagt, was sie tun müssen, eher dann Kompetenzmodule anbietet wie Projektmanagement zum Beispiel Zeitmanagement und so Sachen, aber sagt, nee, inhaltlich und so, und mit diesem Klienten müsst ihr selber klarkommen, ja, aber ihnen halt so diese Tools an die Hand gibt, dass sie es lösen können.

Speaker 1:

Ich glaube, so etwas, da wäre es natürlich auch interessant. Das kann man schwer natürlich immer in einer kompletten Curriculum abdecken, wenn man natürlich insgesamt sehr problemorientiert schon das Studium aufbaut. Ich glaube, die Code University in Berlin hat das ja so ein bisschen versucht. Da gibt es ja nur Projekte und keine Fächer in dem Sinne. Wenn ich es so richtig weiß, bin ich immer ein bisschen vorsichtig, weil es so große Operationen an den Formaten, aber dass man versucht, solche Dinge dann auch irgendwie zu integrieren, dass die Leute das lernen, und natürlich naja, das Involvieren von PraktikerInnen, die sich mit dem Thema auskennen, und zwar nicht nur jetzt aus Unternehmen, sondern ruhig auch aus Politik und Verwaltung, die irgendwie das Thema Komplexität und Unsicherheit die ganze Zeit vor sich haben. Ich glaube, das hilft auch nochmal gerade jungen Leuten, zu verstehen, was da passiert. Und die Älteren naja, die musst du vernetzen, die dienen die ganze Zeit mit Komplexität, die profitieren eher davon, wenn sie mit anderen Leuten reden können, die das gleiche Probleme haben, aber das ist ja sozusagen die Frage der Didaktik und der Vermittlung, also, wie macht man das sozusagen an Hochschulen?

Speaker 2:

Meine Frage zielt aber auch dahingehend ab was bedeutet das inhaltlich? Also gibt es einen Paradigmenwechsel in der Führung, und wie sehe sie aus an der Stelle? Also gibt es sowas wie ein Führungsmodell, was Komplexität bislang nicht beachtet hat, und kann man das benennen Und was nennen, und was wäre sozusagen die Differenz zu dem, was wir eigentlich in Zukunft brauchen?

Speaker 1:

Ich frage es jetzt natürlich leider den Systemtheoretiker, der denkt, dass die meisten Führungstheorien radikal unterkomplex daherkommen, irgendwie Jetzt müssen nicht alle Leute vielleicht eine Einführung in Doman erstmal hören, wobei es niemandem schadet. Aber in der Tat glaube ich, dass wir auch hier wieder so eine Balance finden müssen zwischen auf der einen Seite vieles muss applied sein, gerade wenn du mit Bachelorn zu tun hast, aber auch im Masterbereich, Und viele dieser Komplexitätsthemen werden immer dann handhabbar, wenn du das Problem vor derität. Zur Erhöhung der Inhalte Ich glaube, manchmal rücken wir uns bei solchen Themen irgendwie drumherum und scheuen uns, die Studierenden mit, sagen wir mal, anspruchsvollen theoretischen Konzepten zu belästigen, Und ich glaube, dass man durchaus auch sagt nee, da müssen Sie sich mal ein oder zwei Semester auch durch harte Kost vielleicht durcharbeiten.

Speaker 3:

Jetgpt macht es dann einfacher, aber Sie müssen, glaube ich da was machen, Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte, und es wäre toll, wenn du das in deinem Curriculum aufnehmen würdest und ich glaube das würde jedem Menschen helfen, der in Unternehmen arbeitet.

Speaker 3:

Die Definition von Hegel zu abstrakt und konkret, Das ist so gut, das würde jedem Menschen helfen. Ich habe das mal in einem Seminar gemacht und habe den Leuten erklärt, dass das, was sie denken, was abstrakt ist, ist eigentlich mega konkret, und das, was sie denken, was konkret ist, ist eigentlich abstrakt. Also ein Tisch ist ja im Grunde ein komplett abstraktes Konstrukt. Wir vermitteln ja ganz viele soziale Beziehungen da. rein symbolisiert Hierarchie, Gesellschaft, Essen, Sicherheit, was bei sich. Aber Freiheit ist ja schon etwas sehr Konkretes. ob ich hier jetzt festgehalten werde oder nicht, Und habe ich so soziale Konstrukte erklärt. das bringt, was Hegel im Studium der Tipp.

Speaker 1:

Ja ist ja mein Stuttgarter Landsmann mehr oder weniger Guter Mann. Also du, ich bin da ganz bei dir, dass man auch und das ist, glaube ich, so ein Punkt, dass wir auch Komplexität wagen dürfen bei den Inhalten Letzten Endes müssen. Aber das ist auch nochmal etwas. Du brauchst natürlich dann auch die Personen, die bereit sind, solche Kurse zu halten. Also, das ist auch nochmal für uns auf der Seite nochmal eine Sache. Gehen wir da vielleicht auch um so eine Komfortzone raus und machen was Komplexeres.

Speaker 2:

Was ich glaube, für viele Kolleginnen und Kollegen sogar wieder spannender wäre, in Anführungszeichen, wobei ich möchte das fast jetzt gar nicht aufmachen, aber die Frage ist ja auch, ob sozusagen unser derzeitiges Bildungssystem überhaupt dahingehend ausgelegt ist, komplexität in ausreichendem Maß vermitteln zu können. Also Stichwort Bologna, credits, workload, all diese Sachen. Ich habe das Gefühl, das könnte vielleicht in einem anderen Rahmen noch mal besser funktionieren, aber das ist vielleicht nochmal so eine andere Betrachtungsweise. Nichtsdestotrotz sollte man sozusagen das einfordern und das zumindest mal auf dem Schirm haben. Vielleicht abschließend was wäre jetzt konkret von wem eigentlich zu tun, um das, was du jetzt so in den Raum vorschlagend gemacht hast, auch Realität werden zu lassen? Also, welche Schrauben muss man jetzt an welcher Stelle drehen, und wer muss sich wie bewegen?

Speaker 1:

Also, hochschulen und Universitäten sind ja völlig frei in der Gestaltung ihrer Studiengänge und der Curricula. Also. Das heißt, und es stehen immer wieder alle paar Jahre irgendwelche Reakkreditierungen an von bestehenden Studiengängen, alle paar Jahre schiebt man wieder was Neues in die Pipeline, um einen neuen Studiengang zu machen. Das heißt, im laufenden Geschäft der Hochschulen kann man diese Ideen sofort eigentlich reinbringen. Man braucht nicht mal jetzt einen kompletten Akkreditierungs und Reakkreditierungsprozess durchzulaufen. Du kannst ja häufig schon durch die Nutzung deiner Freiheit in der Lehre einfach sagen ich setze jetzt bestimmte Themen oder Fallbeispiele anders, oder ich vergebe andere Bachelor und Masterthemen in Zukunft irgendwie, also, oder ich vergebe andere Bachelor und Masterthemen in Zukunft irgendwie.

Speaker 1:

Also, das sind Dinge, und da sind auch wir Hochschullehrenden völlig frei. Es gibt ja übrigens nur die jeweiligen Landeswissenschaftsminister und dann den lieben Gott. Das heißt, wir können da ja wirklich viel machen. Also, es hindert uns in den Hochschulen eigentlich niemand dran. Natürlich gibt es Ressourcen-Constraints wie überall, und du brauchst auch eine Koalition der wenigen Kolleginnen und Kollegen, die da mitmachen wollen. Aber eigentlich, glaube ich, können wir in Hochschulen da relativ schnell und kurzfristig auch Dinge machen. Aber das ist jetzt, was wir auch schon können, längerfristig also, wenn wir jetzt da mal weggehen. Du brauchst auch natürlich in Unternehmen dann auch Leute, die sagen, diese Kompetenzen fragen wir nach, und wir sind sehr laut und offensiv und sagen das auch potenziellen Studierenden und auch unseren Mitarbeitenden, die vielleicht eine Weiterbildung machen wollen. Das ist wichtig, und zum Beispiel, wir fördern dann auch sowas irgendwie. Also das wäre eine andere Sache. Unternehmen müssen natürlich auch signalisieren, dass sie das wollen, und auch entsprechend im Unternehmen dann auch abbilden.

Speaker 2:

Wem gegenüber müssen Sie das denn wirklich konkret signalisieren?

Speaker 1:

Also mir würde es helfen, wenn einfach ich sage es nur ein Beispiel mit Nachhaltigkeit Viele Studierende, ja, es ist total spannend, und sie würden das ja echt super ganz studieren, aber dann sie wissen nicht, ob das überhaupt jemand interessiert als Unternehmen. Ja, weil so ein 20-Jähriger oder 20-Jährige halt das schwer abschätzen kann, was so ein 50-jähriger Geschäftsführer vielleicht machen will. Und da wäre es echt hilfreich, wenn sich genau diese Geschäftsführer oder die jetzt irgendeine große Abteilung leiten, auch hinstellen und sagen hey, das sind unsere Dinge, die wir wollen, sei es jetzt in der Unternehmenskommunikation nach außen, sei es, wenn die mal irgendwie von einer Lokalzeitung interviewt werden, wie auch immer, dass es stärker auch nach außen getragen wird von Unternehmensseite. Das sind alles Kompetenzen, die sind jetzt wichtig, und wenn ihr da einen Studiengang findet, dann macht es Noch viel. Cooler ist, wenn die Leute auf uns zu kommen als Hochschulen sagen lass uns gemeinsam einen entwickeln. Da sind wir auch offen.

Speaker 2:

Sehr, sehr gut. Ich bin mir sicher, einige Menschen Zuhörende aus dem akademischen Umfeld haben das jetzt gehört können sich alle gerne auch an André wenden. haben das jetzt gehört, können sich alle gerne auch an André wenden.

Speaker 3:

Link in den Shownotes.

Speaker 2:

Genau Koalition der Willigen Stichwort, und es hören ja auch einige, man munkelt aus Unternehmen zu. Auch die wissen jetzt, was quasi zu tun ist, und auch die können dich wahrscheinlich vielleicht auch mal anhauen, wenn es da so Bedarf gibt an Austausch Hey, was ist denn überhaupt? Ich habe da gar keine Vorstellung. Sag Bedarf gibt an Austausch Hey, was ist denn überhaupt? Ich habe da gar keine Vorstellung. Sag doch mal so Von daher, das werden wir in den Shownotes machen, Das könnt ihr dann angucken, und André kann sich dann vor lauter Anfragen nicht mehr retten. Aber er nickt, das bedeutet, er sieht dem positiv entgegen. Lieber André, es hat wieder sehr großen Spaß gemacht. Gibt es vielleicht noch an der Stelle einen Punkt, den wir jetzt hier komplett vergessen haben, oder bist du eigentlich zufrieden mit diesem Gespräch jetzt erstmal über diese Thematik?

Speaker 1:

Ich glaube, es müsstet ihr beantworten, glaube ich, oder unsere Zuhörenden? Das kann ich schwer beantworten.

Speaker 3:

Ich sage dir mal meine Perspektive. Meine Perspektive ist, dass du in einem Moment also für die kontinuierlich hörenden Personen, die wissen, ich verweise gerne immer auf Slavoj Žižek, und ich würde sagen, slavoj Žižek beschreibt immer das Event der Moment, wo wir sozusagen mit dem sprachlichen Raum, den wir haben, dinge noch nicht formulieren können. Und ich glaube, wir sind gerade in so einem Zeitpunkt, wo Dinge auf der Welt passieren, die wir noch nicht verbal einordnen können. Aber wir fühlen das schon, und ich glaube, du hast zu diesem Zeitpunkt diesen Post gemacht, und ich glaube, wir sind wirklich im Zeitpunkt des Wandels.

Speaker 3:

Ich glaube, das war mir auch nochmal wichtig deswegen habe ich auch am Anfang das nochmal reiteriert nochmal allen Menschen zu betonen das ist eine besondere Zeit, und Dinge werden sich radikal ändern, und daher auch dann sozusagen das Fortführende müssen wir diese Dinge auch mit neu denken. Ich glaube, es war für mich persönlich ein spannender Blick, jetzt nicht nur zu reden, ach Mann, man sollte mal Dinge besser machen, sondern naja, die Welt hat sich jetzt einfach geändert, und wir müssen die Dinge neu bewerten. Deswegen vielen Dank für deine Zeit, das hat mir auf jeden Fall viel gebracht.

Speaker 2:

Vielen Dank und vielleicht auch bald. Danke.

Speaker 3:

Ciao, adios.

Speaker 2:

Tschüss no-transcript.